Tipps zum Fotografieren von Häusern in der Stadt

Allgemeines

Die Fotografie von Gebäuden ist doch etwas anderes als Fotos von Landschaften oder Personen. Häufig ist der Raum begrenzt, das Licht schlecht, hohe Straßenzüge mit schräg einfallender Sonne verursachen erheblichen Kontrast. Dann laufen dauernd Personen durch Bild, ein Laster parkt vor dem Haus usw. usw. Da wir aber die Stadt fotografieren wollen, wie sie ist und mehr Wert auf das Dokumentarische als auf das Künstlerische eines Fotos legen, müssen wir mit der gegebenen Situation umgehen.

Da wir all diese Erfahrungen vielfach gemacht haben, erlauben wir uns an dieser Stelle ein paar einfache Tipps zu geben, wie man mit diesen Problemen umgehen kann. Wir wollen hier keine Fotoschule machen, aber doch einige Informationen weiter geben.

Nutzung von Weitwinkel-Objektiven

Bei eingeschränktem Platz in einer Straße ist ein Weitwinkel-Objektiv nützlich, um ein Gebäude komplett fotografieren zu können. Mit 24 mm Brennweite (Kleinbild) gibt es kaum eine Situation in der Stadt, die man damit nicht fotografiert bekommt. Allerdings verursachen Weitwinkel-Objektive stürzende Linien, Verzerrungen und betonen den Vordergrund sehr stark.

Deshalb sollte das Weitwinkel so wenig wie möglich und wenn mit größtmöglicher Brennweite eingesetzt werden. Gehen Sie so weit weg wie möglich vom Gebäude und zoomen Sie dann heran.

Sinnvolle Ausschnitte der Fotos für Bilderbuch Köln

Wir wollen die Stadt zeigen, wie Sie ist, auch in Details. Wer sich über ein Haus oder einen Platz informieren möchte, ist dankbar für Detailaufnahmen. Fotografieren Sie deshalb ein Gebäude immer mehrfach - in der Übersicht und mit Ausschnitten. Sinnvolle Ausschnitte können auch eine Speisekarte an der Fassade eines Restaurants oder Hinweisschilder sein.

Interessant sind auch Hinterhöfe, gute Graffitis, Biergärten usw.

Nutzen Sie bitte nie das digitale Zoom Ihrer digitalen Kompaktkamera. Das macht zwar den Ausschnitt größer, aber die Qualität erheblich schlechter! Nur das optische Zoom einsetzen!

Belichtungsprobleme

Wenn sie Fotos in einer Straße machen, klappt es selten, dass Sie Sonne von hinten haben. Meistens scheint die Sonne seitlich und dann auch nicht auf das ganze Gebäude. Oft sind scharfe Trennlinien zwischen oberem, sonnenbeschienenen Haus und unterem Teil im Schatten. Das läßt sich zwar ändern, in dem man die Tageszeit oder die Position ändern, oft aber auch nicht. Belichten Sie dann die hellen Stellen korrekt, der dunklere Teil bleibt halt im Schatten (also nicht die hellen Stellen überbelichten, um den Schatten aufzuhellen).

Sonne am Mittag (wenn wir in Köln denn mal keinen diesigen Tag haben ...) wirft harte Schatten. Entweder fotografieren Sie in den Morgen- und Abendstunden oder Sie warten auf einen etwas bedeckten Himmel. Dann sind zwar die Farben nicht so schön, aber da diffuse Licht vermeidet zu hohe Kontraste.

Wichtig ist auch der Sonnenverlauf. Die Sonne geht morgens rechtsrheinisch auf, zu dieser Zeit kann man schön die Altstadt oder den Rheinauhafen von Deutz aus fotografieren. Das geht kaum noch am Nachmittag und Abend, weil dann die Sonne hinter der Altstadt (im Westen) untergeht.

Rechtliche Situation des Fotografen

Immer wieder werden wir beim fotografieren in der Stadt gefragt, warum und was wir dort tun. Es kommt auch vor, dass Ihnen jemand verbieten will, ein Haus oder eine Straße zu fotografieren. Dazu einige Tatsachen:

  • fotografieren dürfen Sie draußen in der Stadt prinzipiell fast alles, fraglich ist immer, was Sie davon veröffentlichen dürfen! (wenn Sie ein Foto bei Bilderbuch Köln hochladen, haben Sie dieses veröffentlicht)
  • das Fotografieren von Gebäuden und Straßen von öffentlichem Raum (also nicht privatem Gelände) und das Veröffentlichen der Fotos ist generell erlaubt = Panoramafreiheit!
  • innerhalb von Gebäuden (auch Kirchen, Museen!) dürfen Sie nur mit Zustimmung/Genehmigung fotografieren
  • Kunstwerke (Gemälde, Skulpturen, Fotografien) dürfen NICHT fotografiert werden, nur mit Zustimmung des Rechteinhabers
  • Kunstwerke, die auf öffentlichen Plätzen dauerhaft ausgestellt sind, dürfen Sie fotografieren
  • sind Personen auf dem Foto, hängt das von der Situation ab. Eine einzelne Person auf einem Foto kann das Recht am eigenen Bild geltend machen, deshalb nur mit Zustimmung der Person fotografieren
  • eine Straßenszene mit vielen Personen dürfen Sie ohne Zustimmung der Personen fotografieren und veröffentlichen

Werke wie etwa Bauwerke und Denkmäler, die sich dauerhaft an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, dürfen nach § 59 UrhG unbedenklich fotografiert werden.

Unter Panoramafreiheit (oder auch Straßenbildfreiheit) versteht man laut deutschem Urheberrecht die Freiheit, urheberrechtlich geschützte Gegenstände (z. B. Kunstobjekte oder Gebäude), die von öffentlichen Verkehrswegen aus auf Privatgrundstücken zu sehen sind, bildlich wiedergeben zu dürfen. Dies betrifft sowohl das bloße Anfertigen etwa einer Fotografie als auch ihre Veröffentlichung.

Lesen Sie mehr zu Bildrechten und Panoramafreiheit bei Wikipedia.

Die richtige Kamera

Wir wollen hier keine Kaufberatung machen, werden aber trotzdem häufiger gefragt. Prinzipiell ist das gute Auge hinter der Kamera und Erfahrung viel wichtiger als Technik. Gute Fotografen machen auch mit schlechten Kameras gute Bilder, andersrum wirds leider nichts.

Wichtiger als die Kamera ist das Objektiv. Eine Brennweite von 24 bis 100 mm (bezogen auf Kleinbild-Format) ist in der Stadt sinnvoll. Das haben aber nur wenige digitale Kompaktkameras.

Die Megapixel-Frage: Für gute Fotos in der Stadt reichen Kameras mit 5 Megapixeln völlig aus! Mehr bringt wenig, wir rechnen die Fotos beim hochladen ja wieder auf internetverträgliches Format herunter.

 

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