Zigeunersiedlung in Roggendorf, Fortuinweg, Köln (1975)
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Album: 14D Roggendorf

14D Roggendorf : Zigeunersiedlung in Roggendorf

Fortuinweg


Seit 1935 war der "Schwarz-Weiss Platz" in Bickendorf Ecke Venloer Str. und Kolkrabenweg Abstellplatz von Wohnwagen für Landfahrer, Schausteller und Zigeuner. Nach dessen Räumung 1958 wurden die Zigeuner auf einen Platz weit außerhalb der Stadt im Norden an der Sinnersdorfer Str. angesiedelt. Man schaffte in höchst befragenswerter Weise "Unterkünfte" für diese Gruppe von im Dritten Reich massiv verfolgten Menschen, indem man ihnen ausrangierte Eisenbahnwaggons beschaffte und großzügig auch noch sanitäre Einrichtungen und Wasserzapfstellen zur Verfügung stellte. Die Wohnverhältnisse in den Waggons mit mangelnder Isolierung und sicher nicht wohngerechter Raumaufteilung sowie der Verfall der Waggons machten es notwendig, eine feste, menschenwürdige Wohnsiedlung für die dort lebenden Menschen zu schaffen.

Es war von vorneherein klar, dass man gerade beim Bau von Wohnungen für diese Bevölkerungsgruppe auf deren Wunsch nach Zusammenhalt und ihre besonderen Bedürfnisse an Wohnraum eingehen musste. Es wurde daher eine kleine, geschlossene Siedlung geplant, die ihren Platz nahe bei dem ursprünglichen Platz in Thenhoven finden sollte.

Bei den "eingesessenen" Bewohnern dieses noch stark ländlich geprägten Vorortes waren von Anfang an Skepsis und sogar Ablehnung zu überwinden. Nur durch den massiven Einsatz von Rudi Conin, damals Direktor der GAG, und des katholischen Pfarrers war es möglich, diese Widerstände zu überwinden.

Die zukünftigen Bewohner wurden in die Planungen sowohl in Bezug auf die Grundrisse, als auch die Gestaltung der gesamten Siedlung mit einbezogen. Die GAG erhielt 1973/74 den Auftrag zum Bau, der 1975 bereits beendet wurde.

Zur besseren Integration, zur Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungssituation wurde und wird das Projekt bis heute durch die Stadt Köln und den Sozialdienst Katholischer Männer betreut.

Die Reihenhäuser, insgesamt 20, liegen am Fortuinweg, einer Stichstraße in der Nähe des Zentrums von Thenhoven.

Die Idee dieser Siedlung, der der Gedanke zu Grunde lag, dass "Zigeuner.. (zwar)..in die Gesellschaft eingegliedert werden ..... aber dabei nicht zur Aufgabe ihrer Identität, ihrer Kultur und Lebensgewohnheiten gezwungen werden (dürfen)...." war so erfolgreich, dass sie deutschlandweit als Muster für ähnliche Siedlungen angesehen und kopiert wurde.

Die Stichstraße und der Wendehammer sind auch ein sicherer Spielplatz für die Kinder.

Weitere Fotos aus dem Album "14D Roggendorf"