Plan der Siedlungen Poll, Siegburger Str., 51105 Köln - Poll (1924)
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Album: Milchmädchensiedlung Poll

Milchmädchensiedlung Poll : Plan der Siedlungen Poll

Siegburger Str. (51105 Poll)

Die ersten Siedler an der dieser Straße sind für das 11. Jahrhundert bezeugt. Somit ist sie, neben der Deutzer Freiheit, die am frühesten besiedelte Straße von Deutz. Die Straße, die schon von den Römern als Handelsweg genutzt wurde, ist ein Zeugnis der guten Beziehung zwischen Köln bzw. Deutz und Siegburg. Sie verband die Städte als Handelsstraße mit Frankfurt.

Bis ins 18. Jahrhundert existierte zudem ein Abkommen zwischen der Deutzer und Siegburger Bürgerschaft, mit dem sie sich gegenseitige freie Aufnahme in die jeweilige Bürgerschaft gewährten. Somit entfiel bei einem Umzug von Siegburg nach Deutz, oder umgekehrt, da damals üblicherweise zu zahlende Bürgergeld.

Die Siegburger Straße verbindet die Deutzer Freiheit mit der Kölner Straße.


Die Siedlung liegt in Poll in dem Zwickel der beiden Eisenbahnlinien, die auf die Südbrücke zuführen und die sich südlich des Deutzer Hafens vor der Brücke vereinen.

Die westliche Grenze ist die Siegburger Str., die östliche der Rolshover Kirchweg am Deutzer Friedhof. Im Süden wird der Komplex von der Straße An den Maien und im Norden, passend für die Zufahrt zum Deutzer Friedhof von der Allerseelenstr.

Namensgebend für die Siedlung ist das Denkmal des Poller Milchmädchens am zentralen Platz der Siedlung, dem Efeuplatz. Die Haupterschließungsstraße ist der Immergrünweg, von dem die Seitenstraßen im rechten Winkel abbgehen.

Die Siedlung ist ein letztes Beispiel für Wohnungsbau in Form von Einfamilienhaus-Siedlungen. Nach der Fertigstellung der Siedlung ging man seitens der GAG zum Bau von Mehrfamilenhaussiedlungen über, um die steigende Wohnungsnot besser in den Griff zu bekommen. Wie in den Siedlungen in Mauenheim, Bickendorf I und der Märchensiedlung in Holweide hat auch die Poller Siedlung einen heimeligen, fast dörflichen Charakter. Die Geschlossenheit der Anlage wird durch eine geschlossene Randbebauung und durch Toreinfahrten in die Siedlung unterstrichen.

Wie in den anderen oben genannten Einfamilienhaus-Siedlungen werden standardisierte Haustypen errichtet, die zu Hausgruppen zusammengefasst sind.

Das Erscheinungsbild der einzelnen Häuser, die sich in Privatbesitz befinden, ist durch An-und Umbauten stark verändert, der Gesamtaufbau jedoch weithin noch gut erkennbar.

Südlich der Eisenbahnlinie Richtung Niederlahnstein wurde die Siedlung gegen Ende der 20er Jahre noch einmal rund um die Straße Am Altenberger Kreuz erweitert, wobei auch hier im Wesentlichen Einfamilenhäuser gebaut wurden. Allerdings waren diese Häuser deutlich großzügiger, wodurch auf die Wünsche von "besser Situierten" eingegangen werden konnte.

Links des Bahndamms die Milchmädchensiedlung, rechts des Bahndamms die Siedlung Am Altenberger Kreuz.

Weitere Fotos aus dem Album "Milchmädchensiedlung Poll"