Ford Cardinal auf dem Hauptbock Bild I, Henry-Ford-Str., 50735 Köln - Niehl (1960)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
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Album: Ford in den 60er Jahren

Ford Cardinal auf dem Hauptbock Bild I - Ford in den 60er Jahren

Henry-Ford-Str. (50735 Niehl)


Aufsetzen der Bodengruppe

Die Überschrift zu diesem Foto wurde den Aufzeichnungen von Walter Dick entnommen. Dabeiist der Name etwas ungewöhnlich, da er in Deutschland eigentlich nicht verwendet wurde. Das Fahrzeug war bei Ford in Detroit ursprünglich für den amerikanischen Markt entworfen worden, als Gegenentwurf für die immer stärker auf den amerikanischen Markt drängenden europäischen Klein- und Mittelklassewagen, vor allem der VW-Käfer. Der Entwurf wurde an Ford Deutschland übergeben, da die Marktchancen in Amerika letztlich doch als gering eingeschätzt wurden. In Deutschland wurde das Auto mit einem V 4 Motor unter der traditionellen Bezeichnung Ford 12 M vertrieben.

Das Foto zeigt die Fertigung der Karosserie auf der als "Hauptbock" bezeichneten Montageeinrichtung. Die Arbeitsabläufe wirken heute ca. 50 Jahre später recht anachronistisch. Hier wird die Bodengruppe der Karosserie von vier Arbeitern auf den Hauptbock aufgelegt. Das Hantieren mit den schweren, scharfkantigen Blechen war Schwerstarbeit mit hoher Verletzungsanfälligkeit und der Gefahr von Rückenproblemen. Derartige Arbeiten werden heute ausschließlich von vollautomatischen Fertigungsrobotern durchgeführt.

Weitere Fotos aus dem Album "Ford in den 60er Jahren"


Als Berufsfotograf war Walter Dick nicht nur ein wichtiger Chronist der Nachkriegszeit, hat er nicht nur für Bücher und Zeitungen gearbeitet, sondern nahm auch Aufträge aus der Industrie und von Privatleuten an. So gibt es von ihm umfangreiche Nachlässe von Geburtstagen/Jubiläen wichtiger und weniger wichtiger Menschen und von Hochzeiten. Außerdem hat er für die Wirtschaftsunternehmen gearbeitet und dabei Produktionsstätten und Arbeitsabläufe dokumentiert.

Ein wichtiges Arbeitsfeld waren auch seine Arbeiten für die Werkszeitung der Kölner Fordwerke. Walter Dick hat über viele Jahre in den Hallen und Büros des Automobilherstellers buchstäblich Tausende von Aufnahmen gefertigt. Maschinen und Produktionsabläufe waren Thema seiner Reportagen genauso wie die Menschen "bei Ford" in ihrer Arbeit und Freizeit. Der Zeitraum seiner Arbeit beginnt mit den ersten Nachkriegsfahrzeugen aus der Kölner Produktion und geht etwa Mitte der 60er Jahre zu Ende. So hat er das 50.000ste Fahrzeug aus den Hallen in Köln Niehl genauso fotografiert wie das Fahrzeug mit der Produktionsnummer zwei Millionen.

Ein wenig zu kurz kommen bei seiner Arbeit die oft sehr harten Arbeitsbedingungen am Band und an den Maschinen, die zu zeigen natürlich nicht im Sinne seiner Auftrageber waren.