Luftbild zum Kriegsende, Rathenauplatz, 50674 Köln - Neustadt-Süd (1945)
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Luftbild zum Kriegsende

Rathenauplatz (50674 Neustadt-Süd)

1887 benannte man den neu geschaffenen Platz Königsplatz. Dies sollte den Dank der Kölner für das Engagment Friedrich Wilhelms IV. für den Weiterbau des Doms ausdrücken. Den ursprünglichen Vorschlag als Namen Friedrich-Wilhelm-Platz  zu wählen, verwarf man zugunsten der gewählten kürzeren Variante.

Nach der Ermordung Walther Rathenaus im Juni 1922 beschloß man am 1. Februar 1923 die Umbennung des Platzes in Rathenauplatz.

 


Man sieht deutlich die Bombentrichter und Zerstörungen rund um den Rathenauplatz und die Universität. (Jede der kleinen, kreisrunden Strukturen, die auf den Freiflächen  zu erkennen sind, ist ein Bombentrichter. Jeder dieser Einschlagskrater war etwa fünf bis sieben Meter im Durchmesser und drei bis vier Meter tief. Bei genauer Betrachtung der Häuser erkennt man, dass die meisten ausgebrannt und ohne Dach sind, gewissermaßen senkrechte Höhlen; es standen nur noch die Aussenmauern.

 Foto Nr.:394446Der Ausschnitt aus einem Stadtplan von 1953 ergänzt das Luftbild der Gegend  aus dem Jahre 1945. Zum Vergleich bietet es sich an, die beiden Bilder in zwei Fenstern nebeneinander zu betrachten.

Zu erkennen ist auf beiden Abbildungen die Umgebung zwischen dem Volksgarten und der Eisenbahn(rechts), dem Südbahnhof, dem Rathenauplatz (oben), der Bachemer Str. (links oben) und dem Straßenzug Weyertal / Arnulfstr. (links unten)

Zwischen der Luxemburger Str. und der Zülpicher Str. geht die Berrenrather Str. noch durch bis zum Südbahnhof. Im unteren Bereich erkennt man zwei abzweigende Straßen: die Gottfriedstraße (nach links) und die Aemilianstraße (nach rechts). Diese Straßen sind verschwunden zugunsten des Grüngürtels und der naturwissenschaftlichen Institute der Universität.

Außerdem ist auf dem Stadtplan parallel zu Luxemburger Wall/Zülpicher Wall noch eine "Offenbachstraße" verzeichnet, die heute als Spazierweg durch den Grüngürtel Stauderstr. heißt.

 

Das Gelände östlich des Weyertal in der Verlängerung von Nikolausstr. (Sülz) und Palanterstr. ist völlig unbebaut. Hier befinden sich heute die Gebäude der Gymnasien Elisabeth-von Thüringen und Schillergymnasium. Und hier befand sich das heute leider verschwundene, bei den Sülzern sehr beliebte Marsiliusbad.

Die Verbindung zwischen der Universitätsstr. (vor der Universität) und der Weißhausstr. in Verlängerung der Inneren Kanalstr. besteht noch nicht.

Im Bereich rechts (südlich) der Luxemburger Str. und westlich des Eifelwalls befanden sich damals die Anlagen des "Güterbahnhofs Sülz" und der Endhaltestelle der KBE Linie nach Knapsack und Berrenrath. (Der Bahnhof dieser Linie lag etwa da wo heute das Arbeitsamt/Jobcenter steht.) Neben den Bahnanlagen gab es viele Kohlenhandlungen, Öllager und Holzhandlungen.. (Es mag befremdlich aussehen, aber Sülz beginnt in der Tat auf der anderen, westlichen Seite des Eifelwall. Die Gerichte und das Jobcenter liegen sämtlich in Sülz.)

 

Weitere Fotos von Stadtkonservator Köln


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Volkssternwarte Köln  sagt: "Luftbild zum Kriegsende"

Ein kurzes Stück der ehemaligen Gottfriedstrasse hat als Abzweig der Greinstrasse bis heute überlebt. Siehe dazu die Fotos No. 394462 + 394476 im Album der Volkssternwarte Köln. Es fristet heute sein Dasein als Parkplatzzufahrt mit Strassenbahn-Doppelgleis! Es gibt im „Bilderbuch Köln“ zur Zeit mindestens 2 Fotos des ehemaligen Sülzer Marsiliusbades: No. 275143 von 1973 im Album von „Stadtkonservator Köln“ und No. 392424 von 1972 im Album von „Volkssternwarte Köln“. Auf dem Plan von 1953 ist schön zu sehen, dass das Schulzentrum an der Nikolausstrasse mitsamt Sternwarte auf zuvor unbebautem Grund errichtet wurde. Es hätte sich ja auch um ein Trümmergrundstück handeln können.

Geschrieben: vor mehr als 7 Jahre


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Ulrich Hermanns  sagt:

Es wird auf den neuen Text dieses Fotos und auf das verlinkte Foto eine Stadtplans von 1953 verwiesen. Foto # 394446 Damit wird die historische Situation vielleicht deutlicher.

Geschrieben: vor mehr als 7 Jahre


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Volkssternwarte Köln  sagt: "Neustadt-Süd 1945"

Das Luftbild No. 73575 der "Neustadt-Süd" mit dem Nordteil von Sülz im Jahr 1945 ist auch für die Volkssternwarte Köln hochinteressant! Sollte es eine Version in noch höherer Auflösung geben, wäre dort vielleicht der Zustand vor dem Bau des Schillergymnasiums an der Nikolausstrasse 55 erkennbar. Unser Observatorium befindet sich auf dem Dach der Schule und das Foto 392037 von 1962 zeigt noch Wald an der Stelle, wo heute das physikalische und das chemische Institut der Uni an der irgendwann (Welches Jahr?) verlängerten Universitätsstrasse liegen. Setzte sich die Nikolausstrasse weiter nach Norden fort oder wo endete sie damals? Was genau befand sich auf dem Platz, wo heute das Schiller- und das Elisabeth-von-Thüringen Gymnasium stehen? Wann wurde die Verbindung zwischen Berrenrather und Zülpicher Strasse unterbrochen (Gottfriedstrasse?) und warum? Schliesslich führte darüber sogar eine KVB-Strassenbahnlinie vom Zülpicher Platz her kommend über die Berrenrather Str. bis zur Endhaltestelle im Sülzer Süden am Asbergplatz. Sehr ungewöhnlich, so etwas komplett aus dem Stadtplan verschwinden zu lassen . . .

Geschrieben: vor mehr als 7 Jahre


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Werner Müller  sagt:

Interessant auch die Anlagen der des ehemaligen Sülzer Güterbahnhofs rechts unten im Bild. Eine völlig veränderte Gegend im Kölner Süden wo heute Gerichtsgebäude, Arbeitsamt und ADAC beheimatet sind. Sehr schön auch die Weißhausstr ganz unten ohne ihre Verlängerung, die Universitätsstr.

Geschrieben: vor mehr als 9 Jahre