Wohnhäuser am Ring, Hohenzollernring 38-40, 50672 Köln - Neustadt-Nord (1886)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Architektur des 20. Jahrhunderts

Wohnhäuser am Ring - Architektur des 20. Jahrhunderts

Hohenzollernring 38-40 (50672 Neustadt-Nord)

Bis zum Kaiser-Wilhelm-Ring reicht dieser Abschnitt unter dem Namen des preußischen Königs- beziehungsweise Kaiserhauses. Hier lässt sich am Wochenende gut flanieren. Diverse Bars und Kneipen bieten den Passanten ihre Speisen und Getränke an. Die einst reiche Kinolandschaft auf dem Hohenzollering dünnt leider zunehemend aus. Die Straße führt auch über den Friesenplatz. So kann bei Bedarf schnell in eine der KVB-Bahnen eingestiegen werden.


Die Putzflächen des Hauses Nr. 40 sind im ersten und zweiten Obergeschoss bemalt. Das mittlere Fenster des ersten Obergeschosses wird von zwei Frauengestalten flankiert, während die Restflächen mit reichhaltigen floralen Elementen ausgefüllt sind. Es wäre interessant zu wissen, wie die wohl farbige Fassung der Ausmalungen ausgesehen hat. Das Haus ist wie sein rechtes Nachbarhaus Nr. 38 ein Vertreter des für Köln so typischen Dreifensterhauses. Das linke Haus verfügt dabei über ein Dachgeschoss mit zwei Dachfenstern in den Aussenachsen als drittes Obergeschoss, während bei dem rechten Haus die Fassade zwerchhausartig über die Traufkante hinausreicht und über dem dritten Obergeschoss mit einer Attika abschließt. In beiden Häusern ist die Mittelachse betont durch einen Ziergiebel, beim linken Haus zusätzlich durch zwei Balkone im zweiten und dritten Obergeschoss, die durch aufwändige Fensterrahmen zusätzlich betont sind. Bei dem rechten Haus ist die strenge Symmetrie der Fassade durch einen Balkon in der rechten Achse des ersten Obergeschosses aufgehoben.

Die Ringstraßen waren in den Planungen der Kölner Neustadt durch Stadtbaumeister Hermann Josef Stübben (1845-1936) als Bereich des Wohnens für begüterte und sehr begüterte Bevölkerungsgruppen vorgesehen. Durch den gesteigerten Verkehr und die damit verbundenen Lärmbelästigungen, aber auch durch die Verbesserung von Individualverkehr und öffentlichen Transportmöglichkeiten begann schon ab dem ersten Weltkrieg ein Wandel der Nutzung. Wohnhäuser wurden zugunsten von repräsentativen Bürobauten abgerissen, die Bewohner zogen in bevorzugte Vororte im Westen und Süden wie Lindenthal und Marienburg.

Weitere Fotos aus dem Album "Architektur des 20. Jahrhunderts"


Auf großen Tafeln (ca. 28 X 36 cm) veröffentlichte die Zeitschrift:

Architektur des XX. Jahrhunderts
Zeitschrift für moderne Baukunst

Herausgegeben von Prof. Hugo Isicht
Verlag von Ch. Claesen und Cie, Berlin

 in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg Fotografien, Pläne und Beschreibungen von modernen Häusern aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Bilderbuch Köln ist es gelungen, davon 60 Kölner Blätter mit Heliogravüren (oft auch Lichtdrucke genannt), einer zeitgenössischen Technik zur exakten Wiedergabe von Fotografien, vorstellen zu können.

Die Abbildungen verschaffen besonders in der Vergrößerung einen anschaulichen, fast gestochen scharfen Anblick von Kölner Gebäuden aus dieser Zeit.