Mit Jewgeni Jewtuschenko, Hülchrather Str., 50670 Köln - Neustadt-Nord (1963)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Heinrich Böll, * 21. Dezember 1917

Mit Jewgeni Jewtuschenko - Heinrich Böll, * 21. Dezember 1917

Hülchrather Str. (50670 Neustadt-Nord)


<p>Der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko (1932-2017) besuchte im Jahre 1963 die Bundesrepublik. Er wurde vor Allem in der nachstalinistischen sog. "Tauwetter-Periode" auch international anerkannt, galt er doch als kritscher Begleiter des sowjetischen Systems und gar als Dissident. Mit Ende der Liberalisierungstendenzen nach der Absetzung Chruschtschows war er vermehrt Repressionen des systemtreuen Kulturbetriebs ausgesetzt.</p>

Heinrich Böll unternahm eine Reihe von Reisen in die Länder des sog. Ostblocks, vor Allem, um sich mit verfolgten Schriftstellerkollegen zu treffen und zu solidarisieren. Die bekanntesten von ihnen waren Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew, die beide nach der Ausbürgerung aus ihrer Heimat von Heinrich Böll unterstützt wurden.

Weitere Fotos aus dem Album "Heinrich Böll, * 21. Dezember 1917"


 

Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 in Köln geboren. Er starb am 16. Juli 1985. Aus Anlass seines 100. Geburtstages hat Bilderbuch Köln aus dem Nachlass von Walter Dick eine Sammlung von Fotos des Schriftstellers und Nobelpreisträgers (1972) zusammengestellt. Über die Originale hinaus hat die Redaktion versucht, durch Bildausschnitte und Vergrößerungen eine Reihe von Portraits zu entwickeln.

Eine größere Serie von Fotos entstand anlässlich eines Besuchs des kürzlich verstorbenen russischen Schriftstellers Jewgeni Jewtuschenko (1932-2017) im Jahre 1963. Einige Fotos bei der Verleihung des Literaturpreises der Stadt Köln 1961 an Anette Kolb, bei der Heinrich Böll als Preisträger des Jahre 1959 anwesend war. Der Literaturpreis wurde ihm zu Ehren nach seinem Tode in "Heinrich Böll Preis der Stadt Köln" umbenannt.

Heinrich Böll war als Schriftsteller ein kritischer Begleiter der Nachkriegsgesellschaft in Deutschland. Insbesondere deren mehr als nachlässiger und verdrängender Umgang mit der Zeit von Terror und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 war Thema seiner Werke. In den 70er Jahren befassten sich seine Romane und Essays mit der Art und Weise, wie der deutsche Staat mit tatsächlichen oder verdächtigten Sympathisanten des linken Spektrums und der RAF umging.

Heinrich Böll war schon seit Beginn der 60er Jahre um den Dialog mit den Staaten des Ostblocks bemüht, zu einer Zeit, in der das offizielle Deutschland nur die "rote Gefahr" aus dem Osten sah.

Heinrich Böll, Kölner von Geburt, war auch ein kritischer Begleiter der Entwicklungen seiner Heimatstadt in der Nachkriegszeit, in der nach den Zerstörungen des Krieges durch eine fehlgeleitete und oft arrogante Stadtplanung viele seit Jahrhunderten gewachsene Strukturen ohne Rücksicht zerstört wurden.

Nicht zuletzt war Heinrich Böll ein Friedenskämpfer, der sich in den Kampf gegen Nachrüstung und Nato Doppelbeschluss aktiv einbrachte.

Vielfach diskriminiert und vor Allem in den 70er Jahren der Sympathien und Unterstützung für die RAF-Terroristen verdächtigt, versagte er sich zum Ende seines Lebens mehr und mehr dem offiziellen Kunstbetrieb.

Auch wenn über seine Werke die Zeit heute ein wenig hinweggegangen zu sein scheint, bleibt er ein sehr wichtiger Protagonist deutscher Nachkriegsliteratur.

Ist der Ort der Aufnahme nicht erkennbar, so wurde als Straße die Hülchrather Straße in Neustadt-Nord deshalb gewählt, weil Heinrich Böll dort einige Jahre gewohnt hat.