ehem. Schule in der Spichernstraße, Spichernstr. 52, 50672 Köln - Neustadt-Nord (1990)
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ehem. Schule in der Spichernstraße

Spichernstr. 52 (50672 Neustadt-Nord)

Die Spichernstraße beginnt im Norden an der Erftstraße, überquert die Gladbacher Straße, die Gilbachstraße / Goebenstraße, die beiden Teile der Herwarthstraße und die Kamekestraße und endet an der Venloer Straße, wo der Straßenzug sich in bewährter Kölner Manier in der Brüsseler Straße fortsetzt. Zwischen Gilbachstraße / Goebenstraße und Venloer Straße verläuft sie entlang des Stadtgartens.

Von der Erftstraße bis zur Gladbacher Straße befinden sich auf der östlichen Seite Gebäude der Allianz Versicherungen incl. der alten Schule, die nach langen Jahren des Verfalls durch die Versicherung aufwändig renoviert wurde.

Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich lange Jahre die Landeseichdirektion/das Eichamt. Auch dieses Gebäude wurde aufwändig umgebaut und in seiner alten Wagenhalle befindet sich heute ein Restaurant. Ansonsten gibt es in der Spichernstraße im Wesentlichen Wohnbebauung mit einer Reihe Büros.

Zur  Venloer Straße hin befindet sich im Stadtgarten das Stadtgartenrestaurant mit der Jazz Haus Schule.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Spichernstraße ist in den letzten Jahren auf dem Gelände einer alten Elektrogroßhandlung der Komplex Spichern Höfe entstanden. Eine Mischung aus hochwertiger Wohnbebauung. Büros, Restaurants, Show- und Eventrooms.

Ihren Namen hat sie von einer Schlacht aus dem Beginn des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, die in der Nähe von Spichern(oder:Spicheren), einem kleinen Ort bei Saarbrücken stattfand.

Die Eisenbahnstrecke nach Koblenz führte bis zur Höherlegung 1894 westlich des Stadtgartens ebenerdig über die Spichernstraße.

 


Auf der hier sichtbaren Freifläche an der Ecke Spichernstr. und Gladbacher Str. standen auch nach dem Kriege noch fünf prächtige Wohnhäuser. Sie wurden für die Erweiterung das Allianzkomplexes in den frühen 70er Jahren abgerissen, genauso wie sieben Häuser auf der anderen Straßenseite der Gladbacher Str. an der Ecke Werderstr. für die Erweiterung der Gothaer Versicherung.

Die hier abgebildete nach dem Abriss entstandenen Freifläche diente der danebenliegenden Schule lange Zeit als Schulhof, ohne dass der versprochene Anbau der Allianz zunächst verwirklicht wurde.

Das Schulgebäude war nach Kriegsschäden und teilweise provisorischem Wiederaufbau von der Stadt ziemlich vernachlässigt worden. Die Allianz Gruppe übernahm letztendlich auch das Gebäude und hat es aufwändig für Büros renoviert. Die hier sichtbare Freifläche ist mittlerweile bis zur maximalen Höhe mit modernen Bürogebäuden zugebaut worden.

Der ganze Vorgang zeigt, dass man bis weit in die 70er Jahre den Wert der alten Fassaden noch nicht erkannt hatte oder erkennen wollte. Bei aller Kritik an der oft überladenen eklektizistischen Gestaltung der Fassaden des späten 19. Jhdts. hatten sie doch sicher mehr Atmosphäre als oft eher beiläufige Burögebäude neuerer Zeit.

Und wenn auch in neuester Zeit die Fassaden erhalten werden, so dienen sie doch oft nur als Camouflage, als kulissenhafte Versatzstücke vor modernen Burögebäuden. (Beispiel: Werksteinfassade Ecke Zeughausstr. / Tunisstr. oder Fassaden in der Erftstr.)

(Text: Ulrich Hermanns)

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