Die gerechte Strafe für Schaller, Hans-Böckler-Platz, 50672 Köln - Neustadt-Nord (1948)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: 1948 Protestkundgebung

1948 Protestkundgebung : Die gerechte Strafe für Schaller

Hans-Böckler-Platz (50672 Neustadt-Nord)


Eine große Menschenmenge hat sich im Sommer vor dem Gewerkschaftshaus am Hans-Böckler-Platz versammelt. Protestiert wird gegen "Bielefelder Schandurteile" zugunsten des Nazis und Kriegsverbrechers Richard Schaller. Dieser hatte maßgeblich die Machtergreifung der Nazis im Kölner Raum vorangetrieben. In den letzten Jahren der NS-Herrschaft war Schaller stellvertretender Gauleiter von Köln-Aachen.Öffentlich wird die Todesstrafe durch Erhängen gefordert, was die Bilder belegen.

Bei dieser Demonstration vor dem Gewerkschaftshaus am Westbahnhof wurde gegen ein Urteil des Landgerichts Bielefeld protestiert. Der Kölner Altnazi Richard Schaller, der schon vor 1933 als Schläger der NSDAP aufgefallen war und der nach der Usurpation der Macht durch die Nazis höchste Funktionen in Köln eingenommen hatte, er war zu Kriegsende sogar stellv. Gauleiter des Gaus Köln Aachen, hatte nach Ansicht der Demonstranten mit drei Jahren Haft ein viel zu mildes Urteil erhalten.

Was den Menschen damals noch nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass viele unverständlich milde Urteile der Nachkriegsjustiz gegen Naziverbrecher von Richtern gefällt wurden, die vor 1945 willfährige Diener der Gewaltherrschaft gewesen waren und nun nahtlos weiter "Recht sprechen" durften. Sie alle beriefen sich auf das Legalitätsprinzip, auf die Tasache, dass sie allein auf der Grundlage geltenden Rechts geurteilt hatten. Ihnen war nie in den Sinn gekommen, dass "geltendes Recht" eines Unrechtssystems Grundlage von verbrecherischen Urteilen sein könnte.

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