Bahnsteighalle des Westbahnhof, Hans-Böckler-Platz, 50672 Köln - Neustadt-Nord (1895)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Westbahnhof

Westbahnhof : Bahnsteighalle des Westbahnhof

Hans-Böckler-Platz (50672 Neustadt-Nord)


Im Zuge der Neugestaltung der Kölner Bahnanlagen bis 1894 wurden an den nach Süden führenden, linksrheinischen Strecken (Bonn/Koblenz bzw. Euskirchen/Trier) zwei Personenbahnhöfe für den Nahverkehr angelegt: Köln West und Köln Süd. Beide Bahnhöfe verfügten über eine große Bahnsteighalle, ca. 20 m breit und ca. 60 m lang. Beide Hallen wurden im Kriege zerstört und nicht wieder aufgebaut. Als "schwacher" Ersatz dienen bis heute die kleinen düsteren Unterstelldächer, die den Reisenden kaum den Schutz vor Wind und Wetter bieten, den die großzügigen Hallen einst boten.

Auch die am Westbahnhof neuerlich nach (gefühlter) jahrelanger Arbeit gebauten Dächer sind da kaum nützlicher. Sie wirken zwar weniger düster, aber bei Wind und Regen werden auch sie kaum Schutz bieten. Dazu kommt, dass der Bahnsteig nun ca 100 m nach Süden, jenseits der Venloer Str. verlegt worden ist, was für die Reisenden einen entsprechend langen Weg vom Treppenaufgang bzw. den Aufzügen zum Bahnsteig bedeutet. Das scheint Alles wenig durchdacht zu sein.

Das zugeordnete Foto zeigt die ursprüngliche Situation mit der Bahnsteighalle.

Weitere Fotos aus dem Album "Westbahnhof"


Aus der zeitgenössischen Beschreibung von West- und Südbahnhof
(incl. der zeitgenössischen Ausdrucksweise und Rechtschreibung):

III. Die Personenbahnhöfe an der Venloer- und der Luxemburgerstrasse
(West-und Südbahnhof)

    Als weitere Anlagen für den Personenverkehr sind die beiden Personenbahnhöfe an der Venloerstrasse (Westbahnhof) und an der Luxemburgerstrasse (Südbahnhof) zu erwähnen Sie liegen beide an der Bingen-Trierer Strecke, in der Nähe der Umwallung und an wichtigen, verkehrsreichen Thorstrassen. Der Westbahnhof dient den benachbarten neustädtischen Vierteln und dem wichtigen Vororte Ehrenfeld, der Südbahnhof bildet den Ersatz für den eingehenden Bahnhof Pantaleon. Die beiden Bahnhöfe werden in der nächsten Zukunft nur dem Ortsverkehr dienen, sind aber so angelegt, dass sie jederzeit den Schnellzugsverkehr aufnehmen können.

    Die beiden Anlagen bestehen im Wesentlichen darin, dass die durchgehenden Bingen-Trierer Hauptgeleise auf 14 m Abstand auseinander gezogen sind und in diesen Zwischenraum ein Mittelbahnsteig gelegt ist, welcher mittels einer 3 m breiten Treppe unter dem ersten Geleise hindurch die Zugänglichkeit erhält. Der Eingangsflur mit dem Treppenzugang, dem Fahrkartenraum, den Bedürfnissräumlichkeiten und dem Gepäckschalter sind in einem dem Bahnkörper an der neuen Wallstrasse und in Höhe derselben vorgelegten, langgestreckten, 4,5 m tiefen Vorbau untergebracht.

    Der Gepäckraum selbst ist wie die Treppe in den Bahnkörper hineingeschoben. Das Gepäck soll vorderhand zu den Zügen vermittelst der Treppe nach oben getragen werden, für den Abgang von den Zügen ist eine Gepäckrutsche angelegt, für die erweiterten Bedürfnisse aber die Anlage eines Gepäckaufzuges mit Wasserdruckantrieb vorgesehen,der an die städtische Wasserleitung anzuschließen ist.

    Ein einfaches Warteraumgebäude und ein kleines Dienstgebäude für den äusseren Stationsdienst wird auf dem Bahnsteig errichtet. Letzterer sowohl als die beiden Hauptgeleise sind auf eine Länge von rund 60 mdurch eine an den Längswänden geschlossene Halle von 19,5 m überdeckt wird.