Villa Vorster - Musikzimmer im Wohngebäude, Unter den Ulmen 148, 50968 Köln - Marienburg (1896)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Villa Vorster

Villa Vorster - Musikzimmer im Wohngebäude

Unter den Ulmen 148 (50968 Marienburg)


Im Gegensatz zu der für die Zeit des Historismus eher einfach gestalteten Fassaden entspricht die Einrichtung dieses Raumes eher dem damaligen Zeitgeschmack.

Auch hierzu wieder die zeitgenössische Beschreibung: (incl. der damaligen Schreibweise)

In dem(...) Musikzimmer ist die Stuckdecke gleichmäßig in gebrochenem Weiss getönt worden. Sämmtliches der Thüren und Paneele, sowie des eingebauten Kaminplatzes, besteht aus polirtem Mahagoni. Die japanische Tapete zeigt Ornamente in Altgold auf Elfenbeingrund.

Und noch ein Hinweis auf den Innenausbau:

Die zum Theil reichen Tischlerarbeiten des Inneren sind von H. Pallenberg in Köln ausgeführt.

Die Firma Pallenberg aus Köln war  eine der größten Firmen für Innenausbau in Deutschland. Sie wurde unter Anderem bekannt für den innenausbau von Salonwagen für verschiedene in- und ausländische Eisenbahngesellschaften. (z.B. Rheingold Zug der 20er Jahre)

Weitere Fotos aus dem Album "Villa Vorster"


Die Architekturzeitschrift aus der die Abbildungen diese Albums stammen, hieß:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Herausgeber der Zeitschrift, die monatlich erschien, war Paul Graef (1855-1925), der als wichtiger Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstagsgebäudes beteiligt war. Paul Graef hat auch einen großen Teil der Fotos für seine Zeitschrift angefertigt.

Die Villa Vorster existiert noch heute in teilweise geänderter Form. Umfassende Informationen zum aktuellen Zustand finden sich im Denkmalverzeichnis hier.

Die Anlage wurde vom Architekten Otto March (1845-1913) geplant und gebaut. Sein Auftraggeber war Fritz Vorster (1850-1912) einer der Mitinhaber der Chemischen Fabrik Kalk (CFK). Nach der Heirat von Otto March mit Vorsters Schwester Anna Maria waren die beiden verschwägert. Otto March, der aus Berlin stammte, arbeitete in der Folge verstärkt im Rheinland. Auch in Marienburg hat er weitere Gebäude entworfen u.A. die evangelische Kirche.

Zur Verdeutlichung der Intentionen von Bauherr und Architekt wird hier in Auszügen der zeitgenössische Text aus der Publikation: "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk", Jahrgang 1896, Heft Nr. 9, vom 1. September 1896 wiedergegeben:

Der Besitzer hat lange Jahre in England gelebt und gewünscht, manches von dortiger Bauweise auf seinen Wohnsitz übertragen zu sehen.(...).., dass man in England das Landhaus thunlichst nur eine Stufe über den umgebenden Garten erhebt, bringt man sämmtliche Innenräume in engere Beziehung zur ländlichen Umgebung, was für die den Innenräumen zu gebende künstlerische Stimmung nicht ohne Einfluss sein kann.
Auch im Aeusseren muss ein solcher, dem Boden unmittelbar entwachsender sich stilgemäß eine schlichtere Natürlichkeit bewahren, als ein auf einem Sockel errichtetes Bauwerk, das eine selbständigere architektonische Ausbildung beansprucht. Zweitens werden in englischen Innenräumen die Lichtöffnungen nach Größe und Lage so angeordnet, wie es die Wohnlichkeit und Traulichkeit der Räume verlangen. Die angeschobenen Ausbauten haben daher auch weniger den Zweck unserer Erker, mit denen zumeist die Gewinnung schöner Ausblicke angestrebt wird, als die Bestimmung von Lichtsammlern, die es ermöglichen, dass auch an den Nordseiten während einiger Stunden des Tages Sonnenstrahlen den Vorbau und damit das Zimmer berühren. Dies Anbauten mit ihren weichen Formen dienen auch in besonderem Maße zur Erzielung wohltuenderAbwechslungen in der Grundrissform der Räume. (...)
Das Aeussere des Hauses hat rothe, weissgefugte Ziegelflächen. Die Fenstergerüste und einige andere Bautheile bestehen aus weissem Sandstein. (...) Das gezeigte Hoplzwerk ist dunkelbraun gebeizt. Die Giebelverzierungen sind von den Bildhauern Zeyer & Drechsler - Berlin frei in Stuck angetragen.

 

Die Abbildungen der Villa Vorster stammen aus der Architekturzeitschrift:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Herausgeber der Zeitschrift, die monatlich erschien, war Paul Graef (1855-1925), der als wichtiger Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstagsgebäudes beteiligt war. Paul Graef hat auch einen großen Teil der Fotos für seine Zeitschrift angefertigt.