Hauptkampfbahn in Müngersdorf, Olympiaweg, 50933 Köln - Müngersdorf (1960)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Stadion und Schwimmbad 1960

Stadion und Schwimmbad 1960 : Hauptkampfbahn in Müngersdorf

Olympiaweg (50933 Müngersdorf)


Hauptkampfbahn und Schwimmstadion waren Teil des Sportparks Müngersdorf, der in  den Jahren nach dem ersten Weltkrieg auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer (1876-1967) entstand. Auf dem ausgedehnten Gelände des Festungsglacis im Kölner Westen wurden Sportstadien ("Kampfbahnen") für die verschiedensten Sportarten aber auch für den damals aufkommenden Breitensport gebaut. Zentrum war die Hauptkampfbahn, ein kombiniertes Leichtathletik- und Fußballstadion, das ca. 60.000 Zuschauer fasste. Dieses Großstadion wurde so angelegt, dass man den Bereich der Sportanlagen tieferlegte und den dabei anfallenden Aushub zum Aufbau der umgebenden Zuschaueränge nutzte. Ein Großteil der Arbeiten für die Anlage des Sportparks wurde im Rahmen sog. Notstandsarbeiten durch Hunderte Arbeiter von Hand erledigt.

Neben der Hauptkampfbahn, in der der 1.FC Köln bis in die Mitte der 70er Jahre seine größten Erfolge feierte, gab es (und gibt es bis heute) das Schwimmstadion, ein Reitstadion, eine Radrennbahn, Tennis- und Hockeyplätze und zwei kleiner Kampfbahnen beiderseits der Hauptkampfbahn, die Westkampfbahn und die Ostkampfbahn.

An der Nordseite der Hauptkampfbahn wurden großzügige Hallen errichtet, die nach dem zweiten Weltkriege erste Heimstatt der neugegründeten (zunächst städtischen) Sporthochschule waren.

Für Massenvorführungen aber auch für Aufmärsche waren die Vorwiesen und die im Süden der Hauptkampfbahn gelegene Jahnwiese vorgesehen, die bis heute im Süden von einer Naturtribüne mit dem Jahn-Denkmal und den vier stilisierten "F"("Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei") begrenzt wird. Ein für die damalige Zeit sehr fortschrittlicher Straßenbahnhof und das Stadion Nordfeld nördlich der Aachener Str. ergänzten die Anlagen. Sie waren so umfangreich und für die damalige Zeit so modern, dass Adenauer allen Ernstes mit dem Gedanken spielte, die Olympischen Spiele 1936 nach Köln zu holen.

Nach den Aufbauten zu schließen, handelt es sich wohl um einen Leichtathletikwettkampf. Am unteren Ende erkennt man eine Besonderheit des alten Kölner Stadions. Da hier in der Hauptkampfbahn die Runde auf der Aschenbahn 500 Meter lang war (bis zu einem Umbau in der Mitte der 60er Jahre) befand sich auf der Höhe des Kurvenscheitels der Start zum 200 Meter Lauf. Wegen der "halben" Kurve, aber auch wegen der anerkannt schnellen (Aschen-)bahn wurden hier immer sehr schnelle Zeiten gelaufen. Noch deutlicher war dies beim 400 Meter Lauf, wo eine ganze Kurve "fehlte".

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