Wiederaufbau der Mülheimer Brücke, Mülheimer Brücke, Köln - Mülheim (1949)
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Peter Schmitter Peter Schmitter
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Album: Bau der Mülheimer Brücke

Bau der Mülheimer Brücke : Wiederaufbau der Mülheimer Brücke

Mülheimer Brücke ( Mülheim)


Aufbau des rechtsrheinischen Pylons mit Hilfe eines Portalkrans (Derrick)

Weitere Fotos aus dem Album "Bau der Mülheimer Brücke"


Der Eingemeindungsvertrag der ehemals  selbständigen Stadt Mülheim sah unter anderem vor, dass Mülheim eine feste Brücke als Ersatz für die Schiffbrücke bekommen sollte. Nach der Eingemeindung 1914 vergingen bedingt durch den ersten Weltkrieg und die nachfolgende Inflation fast 15 Jahre bis diese Zusage eingelöst werden konnte. Im sogenannten Brückenstreit setzte sich Konrad Adenauer , der damalige Oberbürgermeister von Köln mit seinen Vorstellungen durch . Er befürwortete die  elegantere, modernere  Hängebrücke,  während sich zunächst eine Mehrheit für eine Stahlbogenbrücke nach dem Vorbild der Hohenzollernbrücke aussprach. Eine solche Brücke wäre zwar billiger gekommen, aber hätte das Panorama von Mülheim nachhaltig  gestört. Außerdem konnte beim Bau einer Hängebrücke auf die Tragseile  der ortsansässigen Felten & Guillaume Werke zurückgegriffen werden.

Die Brücke wurde schließlich nach zweijähriger Bauzeit am 13. Oktober 1929 durch Konrad Adenauer eingeweiht.

Die alte Mülheimer Brücke wurde als sogenannte "unechte Hängebrücke" ausgeführt. Dabei werden die Zugkräfte nicht über die Tragseile auf große uferseitige Verankerungen übertragen, sondern Fahrbahnträger und Tragseile bilden ein gemeinsames selbsttragendes System. Diese Konstruktion wurde für die alte Mülheimer Brücke wie für die 15 Jahre ältere Hindenburgbrücke zwischen der Altstadt und Deutz gewählt. Der Grund für diese Konstruktion war, das man nicht überzeugt war, dass der sandige Untergrund genügend Halt für die Verankerung bot.

Bei einer unechten Hängebrücke muss konstruktionsbedingt der Fahrbahnträger sehr viel stärker und somit schwerer ausgeführt werden, da er die Zugkräfte aufnehmen muss.

Der Bau einer "unechten Hängebrücke" ist außerdem deutlich aufwändiger, da der gesamte Fahrbahnträger zunächst auf Hilfspfeilern im Strom komplett fertiggestellt werden muss. Erst der fertige  Fahrbahnträger wird in die Tragseile eingehangen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Die " erste"  Mülheimer Brücke am 14. Oktober 1944 bei einem Tagesangrif zerstört. Dabei wurden auch die Pylone umgeknickt.

Nach der  Räumung der Trümmer aus dem Fluss ging man schon bald an die Wiedererrichtung des Bauwerks. Den Entwurf für die neue Brücke lieferten  die Architekten  Wilhelm Riphahn (1889-1963) für die Gestaltung und der renommierte Brückenbauarchitekt Fritz Leonhardt (1909-1999) für die Tragwerkskonstruktion.

Bei der "echten Hängebrücke", der Konstruktionsform der Mülheimer Brücke der Nachkriegszeit , werden zunächst die Tragseile über die Pylonen geführt und an den Ufern verankert. In diese Tragseile kann der  deutlich leichtere Fahrbahnträger segmentweise eingehangen werden, ohne dass aufwändige Hilfspfeiler im Strom errichtet werden müssen.

Zur Unterscheidung der alten und der neuen Mülheimer Hängebrücke auf Fotos muss man schauen,

  • ob sich zwischen Fahrbahn und Fußweg ein massiver ca. ein Meter hoher Längsträger befindet (alte Brücke),   
  • ob  der Fahrbahnträger zwischen den Pfeilern geführt wird(neue Brücke),        
  • ob die Fuß- und Radwege  um die Pfeiler herumgeführt werden (neue Brücke),        
  • ob Fuß- und Radwege  Teil des Fahrbahnträgers sind (alte Brücke)       oder        
  • ob sie auf Kragarmen neben dem Fahrbahnträger liegen (neue Brücke).

 

Die "zweite" Mülheimer Brücke wurde nach zweijähriger Bauzeit am  8. September 1951 wieder in Anwesenheit Konrad Adenauers, der jetzt Bundeskanzler war eingeweiht. Ein letzter Umbau erfolgte in den 70er Jahren, als man die Schienen für die Straßenbahn auf einen separaten Gleiskörper verlegte.

Alle Fotos dieses Albums wurden durch das Mülheim-Archiv von Peter Schmitter zur Verfügung gestellt, von Bilderbuch Köln digitalisiert und veröffentlicht.