Mülheimer Schiffbrücke und Flussbadeanstalt , Buchheimer Str., 51063 Köln - Mülheim (1910)
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Harry Hoerkens Harry Hoerkens
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Album: Carl Scholz

Mülheimer Schiffbrücke und Flussbadeanstalt - Carl Scholz

Buchheimer Str. (51063 Mülheim)

Die Buchheimer Straße verbindet die Mülheimer Freiheit mit dem Wiener Platz. Die Wallstraße kreuzt sie.

Zu Beginn war sie eine Verbindungsstraße die Mülheim mit Buchheim verband. Schon früh wird ein Hofverband erwähnt, der 1152 dort bestand. 1348 soll dieser als Zufluchtsort Geistlicher vor der in der Stadt wütenden Pest gedient haben.Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Straße zu einer hoch frequentieren Geschäftsstrasse. Diese Funktion erfüllt sie aber immer weniger. Diesen Rang hat heutzutage viel mehr die Frankfurter Straße inne.


Die Schiffbrücke in Mülheim verband von 1985 bis 1927 Mülheim mit dem rechtsrheinischen Riehler Ufer. Die damals noch selbständige Stadt Mülheim hatte das Bauwerk gebraucht von der Stadt Mainz gekauft. Die Brücke war in der Verlängerung der Buchheimer Straße installiert worden und traf in Riehl an der Mülheimer Heide auf das linksrheinische Ufer. Schiffbrücken bestanden aus einer Reihe von einzelnen auf Pontons aufliegenden Fahrbahnstücken, Joche genannt, die einzeln ausgefahren werden konnten. Für den durchgehenden Schiffsverkehr wurden ein oder mehrere Joche in der Strommitte ausgefahren. Bei Hochwasser mussten weitere Joche zur Verlängerung eingesetzt werden. (Ein solches zusätliches Joch erkennt man am linken Bildrand.)

Die Benutzung der Brücke war kostenpflichtig, ein Fußgänger musste 4 Pfennige bezahlen.

Der Betrieb einer solchen Brücke war stets sehr unsicher und auch hinderlich für den fließenden Verkehr. Bei starkem Hochwasser und bei Eisgang musste der Betrieb eingestellt und die Brücke ans sichere Ufer verbracht werden.

Als die bis dahin selbsständige Stadt Mülheim nach Köln eingemeindet wurde war eine der Bedingungen für die Zustimmung der Bau einer festen Brücke . Durch die Wirren des ersten Weltkrieges und die folgenden wirtschaftlichen Probleme (Inflation) konnte dieses Bauwerk erst im Jahre 1929 eröffnet werden.

Neben der Brücke das helle Gebäude war die "Schwimm- und Badeanstalt von Joh. Mülleneisen sen." Solche Einrichtungen waren auf Pontons schwimmende Gebäude, die im Inneren zum Rhein hin offen waren. Unterhalb der Schwimmfläche gab es Netze oder durchlöcherte Holzabtrennungen, die verhinderten, dass die Schwimmer mit dem Strom abgetrieben wurden.

Im Hintergrund links erkennt man die Einrichtungen des Mülheimer Hafens, der sich damals noch südlich der Brücke am Rheinufer befand.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Carl Scholz"


Die Fotos dieses Albums wurden von Carl Scholz seit dem Beginn des 20. Jhdts. aufgenommen. Carl Scholz betrieb auf der Deutzer Freiheit ein Fotogeschäft, das bis nach dem zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Fotografen wie er fertigten von ihren Aufnahmen Ansichtskarten, die sie auch selbst vertrieben. Vor der Nutzung moderner Druckmethoden waren diese Ansichtskarten meist Abzüge, die auf photochemischem Wege einzeln hergestellt wurden. Die Abzüge wurden dann rückwärtig mit der bekannten Aufteilung Adressfeld/Schreibfeld und dem Titel bedruckt.

Über einen ehemaligen Mitarbeiter von Carl Scholz, der bei ihm auch seine Fotografenlehre absolvierte, sind die Photos zu uns gekommen. Sein Sohn hat sie uns zur Verfügung gestellt.

Anzumerken ist, dass der größte Teil des Archivs von Scholz im Krieg untergegangen ist.

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Ulrich Hermanns  sagt:

Vielen Dank für den Hinweis. Ich gelobe Besserung und im Text hatte ich ja aufgepasst.

Geschrieben: vor fast 6 Jahre