Herkules als Bogenschütze, Universitätsstr. 24, 50931 Köln - Lindenthal (1965)
hochgeladen von:
Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
848 mal angesehen.
Album: Wiso-Fakultät

Wiso-Fakultät : Herkules als Bogenschütze

Universitätsstr. 24 (50931 Lindenthal)

Wie ihr Name schon verrät, führt die Straße auch an der Universität zu Köln vorbei. Dabei handelt es jedoch schon um die zweite Universität in der Stadtgeschichte Kölns. Die erste schon im Mittelalter gegründete Hochschule wurde nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1797 geschlossen. Erst 1919 erfolgte ihre Neugründung im Gürzenich und 1934 konnte schließlich auch das neu errichtete Gebäude bezogen werden.

Über die Straße gelangt man von der Luxemburger Straße zur Aachener Straße. Die Zülpicher Straße kreuzt sie dabei, ebenso wie die Bachemer Straße.


Diese Bronzeskulptur stand auf dem Vorplatz der WISO-Fakultät an der Ecke Universitätsstraße und Bachemer Str. Das Kunstwerk hat eine Sage aus der griechischen Mythologie zum Thema: "Herakles tötet die stymphalischen Vögel" Sie zeigt den Halbgott Heakles, der mit seinem Bogen die Vogelmonster tötet, die in den Sümpfen des  See Stymphalos ihr Unwesen trieben. Die Skulptur, ein Werk des französischen Bildhauers Émile-Antoine Bourdelle (1861-1929), zeigt den Halbgott in dem Moment, da er seinen Bogen mit höchster Kraft spannt, um einen seiner Pfeile auf die fliegenden Ungeheuer abzuschießen. 

(Ein weiterer Abguss  befindet sich in Buenos Aires, Argentinien:
https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Bourdelle#/media/File:El_arquero_-_Bourdelle_-_Buenos_Aires_%283%29.jpg)

Von Antoine Bourdelle gibt es eine weitere Skulptur in Köln. Es ist die Sappho, die auf dem Platz zwischen dem Opernhaus und dem Schauspielhaus aufgestellt war, und die hoffentlich nach irgendwann erfolgter Sanierung der beiden Kulturtempel dort wieder aufgestellt werden wird.

In Kraft und Spannung dem Halbgott der griechischen Sagenwelt vergleichbar erschien als Studienanfänger im Jahre 1975 der bekannte Wirtschaftswissenschaftler und spätere Mobilfunkpionier, Dr. Klaus Tebbe, in den heiligen Hallen der Fakultät. Er schloss eine Studien nach langen Jahren höchst erfolgreich mit einer "summa cum laude" Promotion ab, ohne jemals den Bogen, insbesondere den zeitlichen, zu überspannen.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Wiso-Fakultät"


Das Wiso-Gebäude mit dem großen Hörsaal und dem Verbindungstrakt zum Hauptgebäude der Universität ist eine der letzten großen Arbeiten von Wilhelm Riphahn(1889-1963). Die Größe des Gebäudes trug der seit dem zweiten Weltkrieg immens gewachsenen Bedeutung der Wiso (wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen) Fakultät Rechnung, die sich in der Zunahme der dort Studierenden von 1000 auf 5000 innerhalb der sechs Jahre von 1949 bis 1955 zeigte.

Hervorgegangen war diese bedeutende Fakultät aus der Handelshochschule Köln, die 1901 gegründet eine der Vorgängerschulen der im Jahre 1919 neu gegründeten Kölner Universität war.

Berühmte Lehrer dieser Fakultät waren neben dem Gründungsrektor der neuen Universität, Christian Eckert(1874-1952), die Professoren Eugen Schmalenbach (1873-1955), der als Begründer der modernen Betriebswirtschaftslehre gilt, der Volkswirtschaftler und Soziologe Leopold von Wiese (1876-1969) sowie der Finanzwissenschaftler und Sozialökonom  Günter Schmölders (1903-1991).