Geusenfriedhof, Kerpener Str., Köln - Lindenthal (2016)
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Elke Schaub Elke Schaub
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Geusenfriedhof

Kerpener Str. ( Lindenthal)


Der Geusenfriedhof in Köln-Lindenthal ist der älteste evangelische Friedhof des Rheinlandes. Bei seiner Erstbelegung im Jahre 1584 befand er sich außerhalb der Stadttore Kölns und bot während der Gegenreformation zunächst die einzige Möglichkeit der Bestattung evangelischer Christen. Die Bezeichnung ist auf niederländische Protestanten zurückzuführen, die als Glaubensflüchtlinge nach Köln kamen und als Geusen bezeichnet wurden. Geusen (abgeleitet aus französischen Wort gueux für Bettler) nannten sich die niederländischen Freiheitskämpfer während des Achtzigjährigen Krieges (1568–1648).Im katholischen Köln des 16. Jahrhunderts unterlagen Menschen, die sich offen zu den Schriften und Lehren Martin Luthers bekannten, der Verfolgung durch den einflussreichen Klerus. So wurden im Jahre 1529 protestantische Reformatoren wie Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden durch Verbrennung hingerichtet. Auch unter dem Kölner Erzbischof Salentin von Isenburg wurden die „Falschgesinnten“ ab 1570 im Zuge der Gegenreformation bekämpft - Verhör, Haft oder ein Verweis aus der Stadt drohten Bürgern, die etwa nicht am katholischen Gottesdienst teilnahmen oder sich bei den Prozessionen nicht am Blumenschmuck beteiligten. Neben der offenen Ausrichtung eines evangelischen Gottesdienstes waren auch protestantische Bestattungen im damaligen Köln nicht denkbar und vom Rat der Stadt seit 1583 verboten worden. Allenfalls auf dem Elendsfriedhof war eine Bestattung „Unkatholischer“ neben Selbstmördern und „Ehrlosen“ gestattet.

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