alles verKALKT?, Kalker Hauptstr., 51103 Köln - Kalk (2009)

"alles verKALKt? Ein Veedel im Umbruch!" : alles verKALKT?

Kalker Hauptstr. (51103 Kalk)

Einst wurde die Straße nur Hauptstraße genannt. Schließlich wurde Kalk auch erst 1910 nach Köln eingmedeit und war zuvor seit 1877 mit eigenem Stadtrecht ausgestattet gewesen. Der Stadtteil geht zurück auf einen Benediktiner Mönchsorden und einigen Höfen, die bis ins 19. Jahrhundert dort Bestand hatten.


Vom ehemaligen Industriestandort und Heimat von Weltkonzernen (exemplarisch seien hier Klöckner-Humboldt-Deutz KHD und die Chemische Fabrik Kalk CFK erwähnt) hat sich spätestens in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der rechtsrheinische Stadtteil Kalk zu einem sozialen Brennpunkt mit hoher Arbeitslosenquote und Kriminalitätsrate entwickelt. Tausende Arbeitsplätze fielen in relativ kurzer Zeit dem Spar- und Rationalisierungszwang der selben Konzerne zum Opfer, denen Kalk zuvor seine herausragende Bedeutung als Industriestandort verdankte. Viele der alten Industrieanlagen, die über lange Zeit das Stadtbild von Kalk prägten, sind inzwischen verschwunden. Teile davon sind jedoch erhalten geblieben und wurden teilweise gelungen in das neue Stadtbild integriert. So wurde beispielsweise das Einkaufszentrum „KölnArcaden“ um den alten und denkmalgeschützten Wasserturm der CFK herum gebaut. Eine Sonderstellung nimmt die Sünner-Brauerei an der Kalker Hauptstraße ein. Dieses 1888/89 erbaute Gebäude ist auch heute noch der Sitz der Brauerei und gleichzeitig das älteste in ursprünglicher Funktion genutzte und erhaltene Industrie-Gebäude-Denkmal Kölns. In der jüngeren Vergangenheit verlagert sich der Schwerpunkt des Stadtteils nun mehr und mehr zu einer Heimat von „Verwaltung, Wohnen und Kultur“. Durch Abriss und Sanierung von inzwischen freigegebenen Flächen wurde Platz geschaffen für die Ansiedlung von bedeutenden Institutionen der Öffentlichen Verwaltung (Polizeipräsidium, Rathaus Kalk, Kalk-Karree) und Verwaltungsgebäuden privater Dienstleister, aber auch für neue Flächen für den Einzelhandel („KölnArcaden“). Kulturell kann sich Kalk durch seine zahlreichen und vielschichtigen Einrichtungen und Schauplätze (z.B. „Halle Kalk“, „Bürgerhaus Kalk“, „Odysseum“) inzwischen durchaus sehen lassen. Diese kleine Fotoserie soll einen kleinen Einblick in aktuell prägende Gebäude und deren Bedeutung geben, aber auch die Integration von denkmalgeschützten Anlagen in das neue architektonische Umfeld veranschaulichen. Modernes Einkaufszentrum KölnArcaden in Köln-Kalk auf dem ehemaligen Gelände der Chemischen Fabrik Kalk (CFK). Der denkmalgeschützte Wasserturm der CFK wurde durch das Einkaufszentrum umbaut und architektonisch integriert (hier ist in der Mitte der "Kopf" des Turms zu sehen).

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