Verwaltung des Grauens, Weinsbergstr. 88, 50823 Köln - Ehrenfeld (1944)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Verwaltung des Grauens

Weinsbergstr. 88 (50823 Ehrenfeld)


Dieser Stadtplan ist ein Sinnbild für die Verwaltung von Tod und Leid im Bombenkrieg. Schwarze Punkte sind Sammelstellen für Bombenopfer, rote Kreise markieren Unterkünfte für ausgebombte Menschen. Bei dem ersten massiven Angriff auf Köln, dem sog. 1000-Bomber Angriff vom 31. Mai 1942 wurden ca. 500 Menschen getötet, ca. 5000 wurden durch Bombeneinwirkung verwundet und nahezu 100.000 Menschen verloren ihre Wohnung, wurden obdachlos. Die Bombenangriffe gingen bis in den März 1945 weiter und forderten allein in Köln 20.000 Todesopfer.

Durch  Maßnahmen der Verwaltung, wie die Einrichtung eines Amtes für Fliegergeschädigte versuchte man das Leid zu lindern, was aber angesichts der Masse der Geschädigten kaum möglich war.

Bei aller Fragwürdigkeit der von den Nazis als "Terrorangriffe" bezeichneten Flächenbombardements darf nicht vergessen werden, dass es die deutsche Luftwaffe war, die mit massiven Angriffen auf englische Städte diese Art von menschenrechtswidriger Kriegführung gegen die Zivilbevölkerung begonnen hatte. Die Zerstörung Warschaus, die Bombardierung Rotterdams und vor Allem die Angriffe auf London waren die Vorbilder für die Angriffe der Allierten auf deutsche Städte. So forderte der nur viertelstündige Angriff auf Rotterdam weit über 800 Opfer und in London starben unter den Bomben der deutschen Luftwaffe nahezu 45.000 Menschen.

Wenn im Mai 2015 unter dem Titel "Ussjebomb" der Zeit vor mehr als siebzig Jahren gedacht wird, sollte auch dies nicht vergessen werden.

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Michael Engel  sagt: "@Ulrich Hermanns"

Unbestritten waren die Terrorangriffe eine Folge des von Nazideutschland verbrecherisch angezettelten Weltkrieges. „Das Reich“ durfte, nachdem es halb Europa mit Krieg und Vernichtung überzogen hatte, Sie hatten Beispiele genannt, keinesfalls annehmen seine Städte und später Dörfer kämen ungeschoren davon. Der Menschenschinder Goebbels rief Anfang 1943 zum totalen Krieg auf und er bekam ihn, was die Bombenangriffe auf Köln und andere Städte angeht, von dem Menschenschinder Arthur Harris geliefert. Köln bekam den totalen Krieg dann am Peter-und Paul Tag 1943 endgültig zu spüren und war im März 1945 nahezu vollständig ruiniert. Doch waren es ab Frühjahr 1942 keineswegs britische Vergeltungsangriffe für zuvor durchgeführte deutsche Bombardierungen auf England und seine Verbündeten sondern eine eigenständige strategische Operation gemäss der britischen „Area Bombing Directive“ und des „moral bombing“. Die Directive bekannte sich offen zu der Bombardierung ziviler Wohnstätten und ihrer Bewohner (=Terrorangriff), ihr Ziel die Moral der deutschen Arbeiterschaft durch Vernichtung ihrer Häuser zu brechen wurde nicht erreicht, so wie es Deutschlands Flugzeuge in London 1940 auch nicht geschafft hatten. Köln wurde nicht aus Vergeltung dem Erdboden gleichgemacht sondern als bevorzugtes Ziel einer selbstständigen, effektiven und minutiös geplanten Idee einer wirksamen Kriegführung gegen Deutschland. Tragisch, dass das in seiner Zerstörungskraft immer perfekter organisierte britische Bomberkommando ab Herbst 1944 befehlsgemäss dazu überging auch kleinere deutsche Städte ohne jeden militärischen Nutzen im Schutze der Nacht in Schutt und Asche zu legen nur um zu vernichten. Ein Kriegsverbrechen ! All dies war allerdings der bitteren Mechanik und Logik eines Krieges geschuldet, den der Jahrhundertverbrecher Hitler und Jene die ihm halfen und unterstützten vom Zaune brachen.

Geschrieben: vor mehr als 4 Jahre