Warten mit dem "Düxer Bock", Deutzer Freiheit, 50679 Köln - Deutz (1948)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Eröffnung Deutzer Brücke 1948

Eröffnung Deutzer Brücke 1948 : Warten mit dem "Düxer Bock"

Deutzer Freiheit (50679 Deutz)

Der Begriff "Freiheit" bedeutete für die Städte des Mittelalters, dass sie von allen Abgaben und Diensten gegenüber  ihrem Landesherren befreit waren. Auch eine eigene Gerichtsbarkeit wurde ihnen zugestanden. Städte mit solchen Privilegien erkennt man daran, dass ihre Hauptstraßen "Freiheit" geannt worden. 

Neben der Siegburger Straße war die Deutzer Freiheit die erste besiedelte Straße von Deutz. Sie galt als ein wichtiger Handelsweg. Sie führt heutzutage von der Mindener Straße zur Justinianstraße.


Auf der Deutzer Seite hatte sich ein Empfangskomitee bereitgestellt, um die Prominenz aus der Stadt anlässlich der Brückeneröffnung gebührend zu begrüßen. Herren in Frack und Zylinder, der Chef vom Schützenverein, drei Ehrenjungfrauen mit Blumen und ganz links, ganz Schwach zu sehen "en Jeiß" oder? Nein, es ist der "Düxer Bock", ein heimliches Wahrzeichen von Deutz.  Seine Geschichte beruht auf einer Legende zu einem Streit um einen Ziegenbock. Diese Geschichte kann man hier nachlesen.

Foto Nr.:177063

Vor dem Kriege gab es eine Plastik des Tiers über der Tür einer Gaststätte Ecke Siegburger Str. und Schneeberger Straße.

Foto Nr.:189446Heute steht ein Bock auf einem Sockel an der Lorenzstr.

Im Hintergrund rechts die Ruinen der Kirche St. Heribert

Weitere Fotos aus dem Album "Eröffnung Deutzer Brücke 1948"


Köln ist eine Stadt der Brücken. Sie verbinden die beiden Ufer des Rheins, der seit alters her der Garant für die herausragende Stellung der Stadt war. Hier am Schnittpunkt alter Handelswege war aber auch die Verbindung über den Strom immer sehr wichtig für den Handel und den Verkehr. Vor dem Krieg gab es fünf Rheinbrücken, die durch die Kriegseinwirkung sämtlich zerstört waren. Der Wiederaufbau der Brücken war für Handel und Verkehr, aber auch für die Menschen, von wichtigster Bedeutung. Nachdem die alliierten Truppen Behelfsbrücken errichtet hatten, gingen sie zusammen mit der sich seit Kriegsende formenden Verwaltung schnell daran, die Brücken wieder aufzubauen.

Als erstes wurde, nach einer Pontonbrücke zwischen Frankenwerft und Deutz, eine Pionierbrücke ("Tausendfüßler") auf hölzernen Pfahljochen etwas südlich der Deutzer Brücke gebaut. Die Südbrücke war die erste wieder geöffnete Eisenbahnbrücke. Es folgte zwischen Bastei und Rheinpark die Pattonbrücke, die im Sommer 1946 eröffnet wurde.

Als erste Straßenbrücke wurde die Deutzer Brücke an alter Stelle zwischen Deutzer Freiheit und Heumarkt neu errichtet. War die alte  Brücke ("Hindenburgbrücke") eine Hängebrücke, wählte man nun eine neue Konstruktionsart, eine weltweit neuartige Bauweise: die Stahlkastenträgerbrücke. Hierbei ist der Fahrbahnträger gleichzeitig das tragende Element der ganzen Brücke. Diese moderne Konstruktionsweise ermöglichte eine Brücke, die ohne störende Aufbauten wie Hängekonstruktion oder Bögen den Rhein überspannte und so das wiedererstehende Panorama von Dom und Altstadt nicht stören konnte.

Konstrukteur der Brücke war der geniale Brückenarchitekt Fritz Leonhardt(1909-1999), der vor dem Krieg in Köln bereits die Rodenkirchener Brücke entworfen hatte, und der außer der Deutzer Brücke für die Planungen des Wiederaufbaus der Rodenkirchener Brücke, der Severinsbrücke und der Mülheimer Brücke verantwortlich zeichnete. Weniger bekannt ist, dass er auch der Planer des "Colonius" war, des wenig beliebten Kölner Fernsehturms.

Am 16. Oktober 1948 war es nach zweijähriger Bauzeit soweit. Oberbürgermeister Ernst Schwering konnte zusammen mit den Honoratioren und der Geistlichkeit die Brücke für den Verkehr freigeben.