Im Rheinpark, Rheinparkweg, 50679 Köln - Deutz (1960)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Rheinpark und Messe 1960

Rheinpark und Messe 1960 : Im Rheinpark

Rheinparkweg (50679 Deutz)


Köln seit dem frühen Mittelalter eine der wichtigsten Handelsstädte im Deutschen Reich hatte seit dem 16./17. Jhdt. diese Bedeutung an Städte verloren, die an der Küste gelegen, für den internationalen Handelsverkehr bessere Voraussetzungen boten. mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jhdt. aber auch mit der Verbesserung der Verkehrsverbindungen durch die Eisenbahn und der Ansiedlung großer international agierender Industrien stieg die Bedeutung Kölns als Handelsmetropole aber auch Verkehrskreuz des Westens wieder deutlich an.

Nach der Zäsur des ersten Weltkrieges wollte der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer (1876-1967) dieser Entwicklung durch Einrichtung einer Messe Rechnung tragen, um so den Handel und die Präsentationsmöglichkeiten zu beleben. Als Gelände für den geplanten Ausstellungskomplex wurde der rechtsrheinische Bereich nördlich der Hohenzollernbrücke gewählt.

Hier hatten bereits vor dem ersten Weltkrieg einzelne Ausstellungen stattgefunden, ohne dass es eine fest etablierte Messe gab. (z.B. Werkbund-Ausstellung 1914) Initiator dieser Ausstellung und der Einrichtung erster Ausstellungshallen war auch damals Konrad Adenauer gewesen, der bereits seit 1906 Beigeordneter und seit 1909 erster Beigeordneter und somit Stellvertreter des Oberbürgermeisters war.

Im Jahre 1922 gründete Adenauer die Messegesellschaft und im Jahre 1924 konnte die erste Messe eröffnet werden. Die Kölner Messen waren von Anfang an ein großer Erfolg, so konnte die erste Messe im Fühjahr 1924 die etablierte Leipziger Frühjahrsmesse deutlich übertreffen, sowohl, was die Zahl der Aussteller als auch der Besucher anging.

International bekannt wurde die Kölner Messe durch die PRESSA, die Internationale Presseausstellung 1928. Für dieses Großereignis wurden die bis dahin eher uneinheitlichen Hallen durch die Bauten des Architekten Adolf Abel mit einer einheitlichen Umfassung versehen und die ehemalige Kürassierkaserne südlich der Hohenzollernbrücke für Messezwecke umgebaut.

In der Zeit der Nazi-Diktatur war die Messe teilweise Lager für Kriegsgefangene und Kz-Häftlinge und unrühmlichster Teil ihrer Geschichte Sammel- und Verschickungsstelle für die Juden, Sinti und Roma aus Köln und dem Rheinland, die von hier direkt in die Vernichtungslager im Osten geschickt wurden.

Nach dem Kriege erhielt die Messe ihre Bedeutung als Handels- und Ausstellungsplatz sehr schnell wieder zurück. Sie ist bis heute einer der wichtigsten Messeplätze in Westeuropa.

Nördlich der Messehallen enststand auf ehemaligem Festungsgelände ab Beginn der 20er Jahre ein Naherholungsgebiet, der Rheinpark. Dieser legte sich als breiter Grünbereich zwischen die Industrie in Mülheim und Deutz. Diese Anlage erfuhr eine Bedeutungssteigerung, als nach dem kriege im Jahre 1957 hier die Bundesgartenschau durchgeführt wurde. Dieser wahre Erholungspark wurde nochmals im Jahre 1971 für eine Bundesgartenschau genutzt.

Das große Restaurant "Rheinterassen" wurde zeitgleich mit den Messebauten zwischen 1926 und 1928 von Adolf Abel (1882-1968) entworfen. Umbauten und Renovierung für die Bundesgartenschau 1957 wurden unter der Leitung von Hans Schilling (1921-2009) durchgeführt.

Die großzügig verglasten Wandflächen bieten mit den vorgelagerten Terrassen weite Ausblicke auf den Rheinpark und den Fluss.

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