Eine geschmückte Gondel für die Ehrengäste, Rheinparkweg, 50679 Köln - Deutz (1957)
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MonikaMarlene MonikaMarlene
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Album: Bundesgartenschau 1957

Bundesgartenschau 1957 : Eine geschmückte Gondel für die Ehrengäste

Rheinparkweg (50679 Deutz)


Eine besondere Attraktion der Buga 1957 war die Rheinseilbahn. Sie verband das rechtsrheinische Ausstellungsgelände mit Zoo und Flora. Die Anlage wurde von der in Zollstock ansässigen Firma Pohlig errichtet, die damals Weltmarktführer für Seilbahnen und Fördereinrichtungen war.

Geplant war, dass die Seilbahn, die erste derartige Anlage über den Rhein, nach der Bundesgartenschau wieder abgerissen werden sollte. Sie war jedoch auf Anhieb so erfolgreich und den Kölnern und ihren Gästen so ans Herz gewachsen, dass sie nicht abgerissen wurde.

Beim Bau der Zoobrücke, Anfang der 60er Jahre, war die rechtsrheinische Seilbahnstation dem neubau im Wege. Jetzt sollte sie aber endgültig weg. Aber man fand eine Lösung für den Erhalt der Seilbahn, indem  man sie durch Bau eines dritten Pylons soweit verlängerte, dass sie heute nach fast 60 Jahren immer noch die beiden Ufer verbindet.

Interessant ist, dass sich eine ähnliche Entwicklung in Koblenz abzeichnet. Die Rheinseilbahn, die dort das Ausstellungsgelände am Deutschen Eck mit der Festung Ehrenbreitstein auf der rechten Rheinseite verbindet, war für die Bundesgartenschau 2011 gebaut worden und sollte danach auch wieder abgerissen werden. Auch in Koblenz steht die Rheinseilbahn noch und viele Menschen kämpfen für die Weiterführung des Betriebs.

Weitere Fotos aus dem Album "Bundesgartenschau 1957"


Die Bundesgartenschau 1957 war ein großes Ereignis für Köln. Zwölf Jahre nach Kriegsende stemmte die Stadt diese große Aufgabe, die Ausrichtung der vierten Bundesgartenschau überhaupt. Als Gelände wurde der Rheinpark gewählt, ein ehemaliges Festungsgelände nördlich der Messe. Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte es Überlegungen gegeben, das Gelände als "Kaiser-Wilhelm-Park" in eine Grünanlage zu verwandeln. Nach der erfolgreichen Bewerbung gingen namhafte Gartenarchitekten unter der Leitung des städtischen Gartenbaudirektors Kurt Schönbohm (1908-1997) daran, das Gelände umzugestalten. Die Fläche für die große Gartenschau konnte durch die Verlegung des Auenwegs nach Osten neben die Bahntrasse deutlich vergrößert werden, so dass insgesamt 48 Hektar (480.000 qm) zur Verfügung standen. Schönbohm hatte bereits gute Erfahrungen mit der Gestaltung von Grünflächen auf den zahlreichen um die Innenstadt herum entstehenden Trümmerbergen gemacht. ( z.B. Herkulesberg, Pilzberg in Sülz/Klettenberg, Hügel am Aachener Weiher) Auch im Rheinpark wurde Trümmerschutt für die Modellierung des Geländes genutzt. Auf dem so gestalteten Gelände entstand eine moderne Gartenlandschaft mit breiten geschwungenen Wegen und großen Grünflächen, in die einzelne Themenparks eingebaut waren. Auffällig neben der Breite der Wege ist, dass auf jegliche Trennung von Wegen und Grünflächen, etwa durch Randsteine oder wegbegleitende Beete, verzichtet wurde. Innerhalb des Geländes gab es verschiedene Restaurationsbetriebe und Pavillions, alle in dem leichten, luftigen Stil der 50er Jahre errichtet. Eine Schmalspureisenbahn mit echten Dampfloks fuhr auf einem Rundkurs durch den Park, eine Seilbahn über den Rhein verband das rechtsrheinische Ausstellungsgelände mit dem Zoo und dem Botanischen Garten und ein Sessellift wurde zwischen der Seilbahnstation am Nordende des Parks und dem Haupteingang am Tanzbrunnen errichtet. Nach sechs Monaten, vom 29. April bis 29. Oktober hatten 4,5 Millionen Menschen die große Schau besucht. Alle Fotos diese Albums stammen von Herrn Peter Dilly, einem ambitionierten Fotoamateur und Mitglied des entsprechenden Verbandes, der in den 50er Jahren fast professionell fotografierte.