Ausfahrt aus Deutz-Tief, Ottoplatz, 50679 Köln - Deutz (1922)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Ausfahrt aus Deutz-Tief

Ottoplatz (50679 Deutz)


Der im Jahre 1910 eröffnete Bahnhof Köln Deutz mit seiner charakteristischen Kuppel war ein zweistöckiger Bahnhof.

Ursprünglich, vor der Zeit der Staatsbahn endeten zwei Bahnlinien in Deutz: die Bergisch Märkische Bahn nach Wuppertal/Hagen und die Köln Mindener Eisenbahn Richtung Düsseldorf/Duisburg. Die Bergisch Märkische Bahn wurde in den 1870er Jahren über die rechte Rheinstrecke in Richtung Niederlahnstein  verlängert. Dieser ursprünglichen Trennung der Strecken trug man mit der Konstruktion des Bahnhofs Rechnung. Im oberen Teil verkehrten die Züge aus Düsseldorf/Duisburg von und nach Köln Hbf; vom unteren Teil wurde die rechtsrheinische Strecke über Niederlahnstein und Bingerbrück bis in die Pfalz bedient.

Nach dem Kriege wurden die Strecken zusammengeführt und alle über den oberen Teil des Bahnhofs geführt. Erst mit dem Bau der ICE Neubaustrecke wurde Deutz Tief reaktiviert. Ein Teil der Nord-Süd ICE Züge wird nicht mehr über den Rhein in den Hauptbahnhof geführt, sondern hält in Köln nur noch in dem neuen ICE Bahnhof, im "Parterre" des Deutzer Bahnhofs.

Das Foto zeigt ein Charakteristikum aus der Zeit der Dampftraktion. Die Bahndämme wie auch die Randstreifen ebenerdiger Bahnanlagen wurden von Bewuchs freigehalten. Sinn dieser Maßnahme war, die Brandgefahr durch umherfliegende, glühende Kohle- und Schlacketeile aus der Feuerung der Loks möglichst zu verhindern. Die Lok ist eine Schnellzuglokomotive der Baureihe 17 (preussische S 10) in der Variante mit drei Treibachsen. Diese Lokomotiven wurden zwischen 1910 und 1914 gebaut.

Im dritten Reich bekam Deutz-Tief eine schreckliche Aufgabe zugewiesen. Von hier gingen die Transporte der jüdischen Mitbürger, der Sinti und Roma aus der Region in die Vernichtungslager des Ostens.

 

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