360° Panorama, Alfred-Schütte-Allee 2, 50679 Köln - Deutz (2009)
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360° Panorama

Alfred-Schütte-Allee 2 (50679 Deutz)

Die Alfred-Schütte-Allee verläuft von der Drehbrücke am Deutzer Hafen bis nach Poll entlang des Rheins. An der Drehbrücke befindet sich die Wache der Wasserschutzpolizei und Feuerwehr, dann kommen Unternehmen entlang des Hafenbeckens. Unter anderem befindet sich hier der größte Schrottplatz Kölns. Zum Rhein hin erstrecken sich die Poller Wiesen als beliebtes Freizeitgebiet. Inlineskater, Radfahrer und Spaziergänger nutzen den baumbestandenen Weg entlang der Alfred-Schütte-Allee.

Auf der Hälfte kreuzt die Eisenbahnbrücke. Im Süden ist der Sitz der Maschinenfabrik Alfred H. Schütte. Dr. Ing. E. H. Alfred Heinrich SchütteIn Poll gründete hier 1911 das Stammhaus seines Ex- und Importhandels für Stahl und Werkzeugmaschinen. Die Alfred-Schütte-Allee endet als Fußgänger- und Fahrrad-Alleein in einer Wohnsiedlung in Poll.

Mehr Informationen zu Poll und der Alfred-Schütte-Allee gibt es bei k-poll.de


Die Poller Köpfe

Das Foto zeigt den Deutzer Hafen, der um 1905 fertiggestellt wurde. Auch er wurde unter Einbeziehung eines alten Rheinarmes, dem "Schnellert" gebaut. Mit der Fertigstellung des Hafens und des anschließenden lagen Damms bis nach Poll (Alfred-Schütte-Allee) verschwand eine Uferbefestigung, die Köln über Jahrhunderte vor dem Fall in die Bedeutungslosigkeit einer Binnenstadt bewahrt hatte: Die Poller Köpfe

Dass der Rhein geregelt in einem Flussbett fließt ist Ergebnis der Regulierung seit etwa 150 Jahren. Noch bis zur Mitte des 19. Jhdts war "Vater Rhein" ein ungebändigter Wasserlauf, der seinen Weg durch immer neue Nebenarme fand und sich auch häufig ein ganz neues Flussbett suchte. Ursache hierfür waren nicht zuletzt die ungeheueren Kiesmengen, die durch den Fluss transportiert wurden, und die an Stellen mit langsamerer Fließgeschwindigkeit Sandbänke schufen, die den Ablauf dann wiederum behinderten. Aus zu Zeiten der häufig wiederkehrenden Hochwässer und Eisgänge verlagerte "RHENUS FLUVIUS", wie die Römer ihn nannten, seinen Lauf.

Schaut man sich die Lauf des Rheins im Süden von Köln an, so erkennt man, dass ab Westhoven der Flusslauf einen scharfen Knick nach Westen macht (...natürlich, süns kööm d´r Ring doch jarnit en Kölle vorbei!) Das östliche Ufer ("schääl Sick") im Bereich dieses Bogens war flach und so war hier immer wieder die Gefahr gegeben, dass der Fluss sich ein neues Bett suchen könnte, das östlich von Deutz einen kürzeren Weg fand.

Seit dem Mittelalter erkannten die Kölner diese Gefahren und versuchten durch Befestigungen des rechten Rheinufers zwischen Westhoven und Deutz zu den Fluss in seinem Bett zu halten. Nun gehörte ihnen das Land auf der rechten Seite aber garnicht sondern dem Erzbischof und so mussten sie es letztlich von ihm pachten. Im Jahre 1557 einigten sie sich mit dem Erzbischof. Als Pacht waren zwei Tonnen Heringe und ein vergoldetes Tafelgeschirr zu zahlen. Auf mehr als 1500 m Länge wurde das Ufer jetzt großräumig gesichert, es wurden Eichenpfähle eingerammt und zwischen ihnen Basaltbrocken versenkt. Als weitere Maßnahme versenkte man eine Reihe von Schiffen, deren Rümpfe man durchbohrte und die auch mit Basaltbrocken beschwert wurden. Auf diesen Fundamenten wurden schließlich Dämme aufgeschüttet.

Diese gesamte Anlage zur Regulierung des Rheins wurde die "Poller Köpfe" genannt.

Erst das verheerende Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwasser von 1784 zerstörte die Anlagen vollständig. Und es passierte sogar, dass der Rhein zum Teil östlich von Deutz vorbeifloss und auf seinem Weg zurück ins alte Bett die gesamte Stadt Mülheim zerstörte. Allerdings zog er es vor nach der Katastrophe wieder komplett sein altes Bett zu nutzen. (.....natürlich, domit hä wigger am schöne Kölle vorbei kumme künnt!) Die Anlage der Poller Köpfe wurde teilweise wiederhergestellt.

Mit dem Bau des Deutzer Hafens Anfang des 20. Jhdts. wurde auch ein langer, breiter Damm zwischen Deutz und Westhoven errichtet. Damit wurde die alte Schutzeinrichtung überflüssig.

Bei niedrigem Wasserstand kann man an den Poller Wiesen Reste der Dämme erkennen. Und bei Ausgrabungen im Jahre 2005 hat man sogar eines der vor über vierhundert Jahren versenkten Schiffe gefunden und dokumentiert. Es war im Rheinschlamm erstaunlich gut erhalten geblieben.

 

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