Stüssgen, Ladenlokal, Eupener Str., 50933 Köln - Braunsfeld (1956)
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Clemens Hartzenbusch Clemens Hartzenbusch
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Album: 1950er Jahre

1950er Jahre : Stüssgen, Ladenlokal

Eupener Str. (50933 Braunsfeld)

Die Eupener Straße in Braunsfeld liegt in einem Gebiet zwischen Melatengürtel, Stolberger Str., Militärringstr., Vitalisstr. und Vogelsanger Str. der Eisenbahnstrecke Köln-Aachen, in dem sich vor und nach dem I. Weltkrieg, damals noch weit vor der Stadt,  zahlreiche größere und kleinere Industriefirmen angesiedelt hatten. (z.B. das städtische Gaswerk, Lackfabriken, die Kölner Benzin Raffinerie, Sidol-Werke) Die Eisenbahn gewährleistete eine optimale Verkehrsanbindung, zumal auch die Frechen-Benzeltather-Bahn eine Strecke durch das Gebiet unterhielt.

In den vergangenen Jahren machte das Gebiet und so auch die Eupener Straße einen massiven Strukturwandel durch. Das produzierende Gewerbe ist zum großen Teil verschwunden und an seine Stelle sind in großem Maße Dienstleister getreten. Diese umwandlung wurde großflächig von einzelnen Immobilienentwicklern initiiert und durchgeführt.

Zur besseren Anbindung an den öff. Personen Nahverkehr wurde  nördlich der Eupener Straße an der Bahnstrecke Köln-Aachen ein neuer S-Bahnhof eingerichtet: Köln-Müngersdorf, Technologiepark.

Auseinandersetzungen gab es bei dem großflächigen Umbau um den Erhalt einiger denkmalgeschützter Industriebauten wie den Sidol-Werken.

Insgesamt kann man von einem auch und nicht zuletzt architektonisch gelungenen Umbau eines Industriegebietes in einen modernen Dienstleistungs- und Technologiepark sprechen.


Die Firma Stüssgen war vor und nach dem Kriege der führende Lebensmittelhändler im Kölner Raum. Der Gründer kann als Pionier für modernen Verkauf von Lebensmitteln angesehen werden. Schon recht früh erkannte er, dass das Abwiegen und Abpacken sehr aufwendig war. Er ließ daher schon Ende der 20er Jahre Lebensmittel zentral abpacken und in Standardverpackungen in die Flialen bringen. Nach dem Krieg war er einer der Ersten, die die Selbstbedienung in Deutschland einführten. Wenn man heute sagt: "Isch jank nohm Aldi" so hieß es früher in Köln: "Isch moss noch schnell nohm Stüssjen jonn."

Übrigens: Vor der Tür stehen zwei sehr unterschiedliche Autos: rechts ein BMW V 8, ein Auto der Luxusklasse und links ein Lloyd aus den Borgward Werken in Bremen. Die ersten Lloyds wurden zum Teil aus Sperrholz mit einem Plastiküberzug gefertigt. Spitzname:Leukoplastbomber. Beide haben noch die alten Nummernschilder.

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