Spielplatz Am Rosenhof, Am Rosenhof, 50827 Köln - Bickendorf (1928)
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Album: Bickendorf I

Bickendorf I : Spielplatz Am Rosenhof

Am Rosenhof (50827 Bickendorf)


Die Planungen und Vorüberlegungen für die Siedlung Bickendorf begannen schon vor dem ersten Weltkrieg. Ausgehend von der allgemeinen Wohnsituation in den Städten mit ihren dunklen unhygienischen Verhältnissen, mit schlecht belichteten und belüfteten Wohnungen in Mietskasernen und den sich daraus ergebenden gesundheitlichen Problemen gab es schon seit Mitte des 19. Jhdts. Vorschläge zur Verbesserung.

Aus England kommend, wo sozial denkende Unternehmer schon früh die Notwendigkeit aber auch den Wert gesunder Wohnverhältnisse erkannten, war die Idee von sog. Gartensiedlungen auch nach  Mitteleuropa gelangt. Zunächst erbauten einzelne Unternehmer Siedlungen für ihre Arbeiter und Angestellten. (z.B. Kruppsiedlung "Maragaretenhöhe" in Essen aber auch in Köln z.B. "Germaniasiedlung" in Porz, "Gaswerksiedlung" an der Vitalisstraße; "Pallenbergsiedlung")

In Köln ging man mit der Gründung der GAG einen anderen Weg. Zwar stellten Unternehmen Kapital für den Wohnungsbau zur Verfügung, mit der Übertragung des Baus und der Verwaltung auf die Gesellschaft schafften sie sich aber die unrentierlichen Kosten für den Bau und die Verwaltung/Unterhaltung "vom Leibe".

1913 wurde ein Wettbewerb für die Siedlung Bickendorf ausgelobt. Der siegreiche Entwurf, der wie bekannt unter dem Motto "Lich, Luff un Bäumcher" stand, ging auf den Architekten Caspar Maria Grod zurück, der auf dem in etwa dreieckigen Grundstück zwischen Sandweg, Grüner Brunnenweg und Akazienweg im Wesentlichen Einfamilienhäuser für ca. 575 Familien vorsah. Neben der Schaffung von Wohnraum war ein weiterer Grundgedanke, den Verkehr aus der Siedlung herauszuhalten, aber durch die Randstraßen eine gute Verkehrsanbindung zu erreichen.

Bis in den I. Weltkrieg hinein wurden etwa 80 Wohnungen fertiggestellt, nach Kriegsende wurde der Bau recht schnell wieder aufgenommen, diesmal nach leicht geänderten Planungen des Architekten Wilhelm Riphahn, der in Grods Büro eingetreten war. Durch Wechsel in den Haustypen, durch Torbögen, kleine Plätze und die Geschlossenheit der Gesamtanlage wurde ein Gesamtcharakter erreicht, den man heute vielleicht als etwas heimelig, dörflich, gemütlich bezeichnen würde, der aber bezogen auf die damals noch vorherrschenden Wohnverhältnisse eine enormen Fortschritt darstellte.

Die Fotos von Werner Mantz und Hugo Schmölz sind nicht nur reine Wiedergaben der Bauten, sondern die Meisterschaft der beiden Fotografen vermittelt auch etwas von der Atmosphäre der "Dorfes" Bickendorf.

Blick über die Straße "Am Rosengarten" in den Wacholderweg. Fotografie von Hugo Schmölz.

Weitere Fotos aus dem Album "Bickendorf I"