GAG-Siedlung "Klein Moskau", Vogelsanger Str. 334, 50825 Köln - Bickendorf (1929)

Ehrenfeld Klein Moskau 30er Jahre : GAG-Siedlung "Klein Moskau"

Vogelsanger Str. 334 (50825 Bickendorf)

Von der Bismarckstraße und der Antwerpenerstraße führt die Vogelsangertraße bis zur Militärringstraße. Der Name stammt vom Gut Vogelsang, einem Gutshof in Junkersdorf, auf dem ab 1842 die erste linksrheinische Poststelle eröffnet wurde. Auf dem Hof befindet sich heute das Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung.


Der inoffizielle Name "Klein Moskau" rührt wohl von der politischen Ausrichtung der ersten Bewohner her, die meist Arbeiter aus den umliegenden Industriebetrieben waren. Dem Vernehmen nach sollen auch viele Menschen aus Sanierungsgebieten wie dem Kunibertsviertel und der Altstadt hier in den 30er Jahren angesiedelt worden sein.

Die Siedlung besteht aus drei Teilen, die von der Vitalisstr. im Westen, der Vogelsanger Str. im Süden, der Äußere Kanalstr. im Westen und dem Marktgelände an der Venloer Str. beim Rochuskapellchen begrenzt wird. Die drei Teile werden durch die Silcherstr. und die Mendelssohnstr. voneinander getrennt.

Durch die Straßenbahn (heute U-Bahn) war die Siedlung von Anfang an gut an das Stadtzentrum angebunden.

Aufgrund der wirtschaftlichen Depression Ende der 20er Jahre war es notwendig, möglichst kostengünstig und schnell viele Wohnungen für entmietete Familien zu schaffen. Daher wurde beim Bau auf gestalterische Gesichtspunkte weitgehend verzichtet. Der südliche und der mittlere Teil der Siedlung wurden in Blockbebauung errichtet, der nördliche Teil wird aus vier Zeilenbauten gebildet.

Trotz der wirtschaftlichen Zwänge erhielt jede Wohnung eine Loggia und, was in der einschlägigen Literatur besonders hervorgehoben wird, die Siedlung verfügte über zentrale Antennenanlagen in der Mitte der Höfe.

Die Siedlungsteile südlich der Silcherstraße wurden in den vergangenen Jahren abgerissen und durch moderne Neubauten mit Flachdächern ersetzt. Der Rest der Siedlung wurde umfänglich und aufwendig saniert.

Rechts die Äußere Kanalstr., links im Hintergrund Häuser der Vitalisstr.  

Das Bild zeigt den Rohbau des markanten fünfstöckigen Eckgebäudes im Süden der Siedlung. Betonpfeiler und -decken sowie gemauerte Brüstungen. Beim Bau wurde bereits ein Aufzug verwendet. Über  Umlenkrollen an der galgenförmigen Konstruktion auf dem Gerüst wurden Lasten auf die einzelnen Etagen gezogen und konnten von dort etwa mit Schubkarren an die Arbeitsstellen gebracht werden. Eine enorme Erleichterung vor Allem beim Betonieren.

Fotografie von Werner Mantz.

Weitere Fotos aus dem Album "Ehrenfeld Klein Moskau 30er Jahre"