Aufgang zur Severinsbrücke, Siegburger Str., Köln (1960)
fotografiert von:
Walter Dick Walter Dick
1958 mal angesehen.
Album: 1960 Rheinbrücken

1960 Rheinbrücken : Aufgang zur Severinsbrücke

Siegburger Str.

Die ersten Siedler an der dieser Straße sind für das 11. Jahrhundert bezeugt. Somit ist sie, neben der Deutzer Freiheit, die am frühesten besiedelte Straße von Deutz. Die Straße, die schon von den Römern als Handelsweg genutzt wurde, ist ein Zeugnis der guten Beziehung zwischen Köln bzw. Deutz und Siegburg. Sie verband die Städte als Handelsstraße mit Frankfurt.

Bis ins 18. Jahrhundert existierte zudem ein Abkommen zwischen der Deutzer und Siegburger Bürgerschaft, mit dem sie sich gegenseitige freie Aufnahme in die jeweilige Bürgerschaft gewährten. Somit entfiel bei einem Umzug von Siegburg nach Deutz, oder umgekehrt, da damals üblicherweise zu zahlende Bürgergeld.

Die Siegburger Straße verbindet die Deutzer Freiheit mit der Kölner Straße.


An der Siegburger Str.

Während ältere Brückenaufgänge oft etwas düster und schmuddelig wirken. strahlen die Wendelteppen wie die ganze Konstruktion der Brücke eine gewisse Leichtigkeit und Transparenz aus. Form und Gestaltung entsprechen den stilistischen Vorstellungen der 50er Jahre, die durch Walter Dicks Aufnahmen meisterhaft dargestellt werden.

Weitere Fotos aus dem Album "1960 Rheinbrücken"


Köln als Verkehrsknotenpunkt, "Verkehrskreuz des Westens", ist auch eine Stadt der Brücken. Eine erste feste Brücke errichteten die Römer um 300 n.Chr. Dieses Bauwerk hatte wohl nur bis zum Ende des römischen Reiches Bestand. Ab 1825 gab es eine Schiffbrücke, die auf einer Reihe von Booten einen Übergang über den Rhein schuf. Eine feste Brücke gab es erst wieder ab 1859, als die Dombrücke als kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke fertiggestellt wurde. 1909 folgte die Südbrücke als Eisenbahnbrücke mit Gehwegen und 1915 wurde die Deutzer Hängebrücke eingeweiht, die die Schiffbrücke ersetzte. Die Dombrücke war inzwischen, 1913, durch die viergleisige Hohenzollernbrücke ersetzt worden, die wiederum mit einer Straßenbrücke kombiniert war.

Im Jahre 1928 wurde die Fertigstellung der Mülheimer Brücke gefeiert, die die ehemals selbständige Stadt Mülheim mit Riehl verband. Als letzte der Kölner Vorkriegsbrücken entstand bis 1941die Rodenkirchener Autobahnbrücke.

Alle diese Brücken wurden im Kriege entweder durch Sprengung oder durch Einsturz zerstört.

Als erste Brücke wurde die Südbrücke im Jahre 1946 provisorisch als eingleisige Eisenbahnbrücke für den Verkehr freigegeben. Zwei Jahre später erfolgte die Einweihung der provisorisch wiederhergestellten Hohenzollernbrücke als zweigleisige Eisenbahnbrücke mit seitlichen Gehwegen und kurz darauf die Einweihung der neugebauten Deutzer Brücke, die damals die erste Stahlkastenbrücke der Welt war. Die Mülheimer Brücke wurde als Hängebrücke bis 1951 wieder aufgebaut. Auch die Rodenkirchener Autobahnbrücke war im Jahre 1952 wieder aufgebaut, auch sie in der alten Form als Hängebrücke.

Schon bald stellte sich heraus, dass diese "alten" Brücken dem wachsenden Verkehr nicht mehr gewachsen waren. Diesen Überlegungen folgend entstanden die Severinsbrücke (1959) und die Zoobrücke (Einweihung 1966)

Die Leverkusener Brücke (Eröffnung 1965), die im Kölner Norden den Autobahnring um Köln schließt, muss mindestens zur Hälfte den Kölner Brücken zugerechnet werden, da sie auf Kölner Gebiet zwischen Niehl und Merkenich beginnt über den Rhein nach Leverkusen führt.