Zaungäste, Koelhoffstr., 50676 Köln - Altstadt-Süd (1959)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Eröffnung Severinsbrücke 1959

Zaungäste

Koelhoffstr. (50676 Altstadt-Süd)


Diese Häuser an der Nordseite der linksrheinischen Auf- und Abfahrt verschwanden genauso wie viele teils gut erhaltene, teils sogar nach dem Krieg neugebaute Gebäude, die den umfangreichen Straßenbauten geopfert wurden. Man war im Übrigen damals mit Enteignungen und "Umsetzungen", wie die Umsiedlung der Bewohner recht euphemistisch genannt wurde, nicht zimperlich.

Weitere Fotos aus dem Album "Eröffnung Severinsbrücke 1959"


Die am 7. November 1959 eröffnete Severinsbrücke war in vieler Hinsicht "neu". Zunächst war sie das erste Brückenbauwerk über den Rhein, das nach dem Wiederaufbau anderer Rheinbrücken(Deutzer Brücke, Mülheimer Brücke, Südbrücke, Hohenzollernbrücke und Rodenkirchener Brücke) eine neue Rheinüberquerung darstellte. Dann betrat man mit der Konstruktion der asymmetrischen Schrägseilbrücke auch konstruktives Neuland. Um den Deutzer Hafen weiter nutzen zu können und um den Schiffsverkehr nicht mit zwei Pfeilern im Strom zu behindern wurde die markante Lösung mit nur einem Pfeiler gewählt. An der Entwurf der Konstruktion war neben dem Kölner Architekten Gerd Lohmer (1909-1981) wieder der geniale Brückenkonstrukteur Fritz Leonhardt (1909-1999) als Berater beteiligt.

Die städtische Bauleitung lag wie auch bei den anderen städtischen Nachkriegsbrücken in den Händen von Karl Schüßler(1892-1972), der oft auch als "Vater der Kölner Brücken" bezeichnet wurde.

Der Bau der Severinsbrücke war dringend notwendig geworden, da die zwischen 1947 und 1949 wiedererrichtete Deutzer Brücke dem rapide wachsenden Verkehr kaum noch gewachsen war. Die britischen Besatzungsbehörden hatten hier wie anderenorts nur eine Breite von ca. 12 Meter für dieses Bauwerk zugelassen, um einen Transport schwerer Panzer etc. darüber unmöglich zu machen. 

Die ersten Planungen und auch der städtebauliche Wettbewerb für die Rheinquerung sahen alternativ zu einem Brückenbauwerk den Bau eines Tunnels vor. (siehe dazu: Schüßler, Karl Wettbewerb 1954 zum Bau einer Rheinbrücke oder eines Tunnels in Köln im Zuge Klappergasse-Gotenring [Teil IV] in "Stahlbau", November 1957, n. 11 v. 26; S. 326-348)

Für den Neubau zwischen dem Gotenring in Deutz und der Severinstr. (Altstadt-Süd) sollten entsprechend den damaligen Vorstellungen autogerechte Anschlüsse geschaffen werden. Im Ergebnis führte dieser fast autobahnähnliche Ausbau zur Zerstörung ganzer Stadtviertel zu beiden Seiten des Stroms. Vor Allem das Gebiet westlich der Brücke mit den kleeblattartigen Kreuzungen kann man aus heutiger Sicht nur als städtebauliche Sünde bezeichnen.

Zur Eröffnung der Severinsbrücke waren natürlich wieder "vell Prummente und wechtije Lück" angereist. Allen voran der Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Erzbischof, Kardinal Josef Frings.

Es darf nicht vergessen werden, dass sich am 26. September 1956 beim Bau der neuen Rheinbrücke ein tragischer Unfall ereignete. Der Caisson, der das Fundament für den Strompfeiler bilden sollte, sackte plötzlich zur Seite. Fünf Arbeiter wurden verschüttet und die Bauarbeiten stockten für mehrere Monate. Informationen dazu finden Sie in einem weiteren Album von Walter Dick: hier

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Werner Müller  sagt: "@Ullrich Hermanns"

Ich muss mich korrigieren. Nicht die Häuser der Klappergasse sind zu sehen sondern die der Straße Im Weichserhof. Ihre Kartenauschnitte zeigen (1930), dass diese Straße früher von der Weberstraße kommend direkt nach Osten in den Holzmarkt mündete, parallel zur südlicheren Klappergasse, die komplett durch die Severinsbrücke überbaut war. Fotos 64605 und 161843 zeigen eine interessante und erhellende Perspektive.

Geschrieben: vor fast 5 Jahre


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Ulrich Hermanns  sagt: "Die Klappergasse"

Vielen Dank an Michael Engel für seinen Hinweis. Zur Verdeutlichung der Situation vor dem Brückenbau sind dem Album zwei alte Kartenausschnitte beigefügt worden. (# 461011 und # 461012)

Geschrieben: vor fast 5 Jahre