St.Mauritius, Mauritiuskirchplatz, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1665)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

St.Mauritius - Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

Mauritiuskirchplatz (50676 Altstadt-Süd)


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln 1400-1800. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards.

Die Gegend um St Mauritius gehörte lange Zeit zu dem am wenigsten bebauten und bevölkerten Gebiete der Stadt. Entstanden auf dem Boden von St. Pantaleon aufgrund einer Stiftung des Kölner Patriziers Hermann von Stave und diversen Absprachen mit dem Abt von St. Pantaleon. Die Pfarrer kamen somit bis 1802 immer aus dem Kreis der älteren und erfahrenen Klosterherren von St. Pantaleon. Die Kirche wurde 1135 erstmals erwähnt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde die Kirche von Erzbischof Arnold I (1138-1148) von Köln im Jahre 1141 zu Ehren des heiligen Mauritius konsekriert. Der Westbau der Kirche mit der Michaelskapelle und der Westempore wurde ab 1144 den Benediktiner Nonnen von der Insel Nonnenwerth zur Verfügung gestellt. Weitere Anbauten sind auf der Zeichnung von Finkenbaum von 1665 zu sehen. 1802 wurde der Benediktinerkonvent an St. Mauritius säkularisiert und die Baulichkeiten des Klosters, darunter der Westteil der Kirche, versteigert. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und dem damit zusammenhängenden Verfall der Kirche wurde diese 1830 teilweise abgebrochen. Unter dem 29.3.1853 schreibt die Kölner Zeitung u.a.: Sicheren Erkenntnissen nach ist die Angelegenheit des Neubaus der St. Mauritius- Kirche jetzt ganz geordnet. Die Pläne, die neue Straßenanlage, alles ist von der königlichen Regierung genehmigt, somit dem Angriff des Neubaus nichts Weiteres im Wege steht. Die neue Kirche wird nach den Plänen und mit dem Architekten V. Satz gebaut. Am 22.November 1859 wurde dann der Hahn von dem Turme der Kirche abgenommen und hiermit der Abbruch dieses ehrwürdigen aber zerfallenen Gebäudes begonnen. Von 1861-1865 erfolgte unter Stiftung von Heinrich Frank ein (240 000.-Mark) der Neubau. Am 16.5.1863 berichtet die Presse über den Bautenstand, die bereits ganz eingedeckte Kirche, das hohe eingewölbte und verputzte Chor und den noch nicht bis zum Dachfirst gediehenen Turm. Finanzierungsprobleme treten auf. Unter dem 3. Juni 1865 berichtet die Presse über den Innenausbau und die Schönheit der neuen Fenster. Gleichzeitig wird Kritik über das Umfeld der Kirche, insbesondere der Taubengasse berichtet. Am 17.November 1886 wurde der Schlußstein des Turmhelmes der neuen Kirche gesetzt, und steht die Vollendung des ganzen Werkes –mit Aufrichtung der Statue des heil. Mauritius auf der Turmspitze- schon in der nächsten Woche in Aussicht. Die Statue ist verfertigt von dem Bildhauer Fuchs, nach einem Entwurf von Prof. Steinle. Unter dem 9. Oktober 1865 beschreibt eine Kölner Zeitung die neue, aus Eichenholz geschnitzte Kanzel als eine würdige Zierde der Kirche und die Stadt ist um ein Kunstwerk reicher geworden. Die Kanzel ist in dem Baustil der Kirche entsprechend, in gotischen Formen ausgeführt. Plan und Zeichnung stammen von den in Köln geborenen Gebrüdern Bong. Von ihnen stammen mehrere Schnitzereien in Köln, namentlich in St. Peter. Die neue Kirche ist 51 Meter lang und 36 Meter breit und im Mittelschiff 22 hoch. Der Turm misst 72 Meter. Quellen: Div. Zeitungen aus der Bauzeit. Zeichnung von Finkenbaum 1665

Weitere Fotos aus dem Album "Köln im Wandel der Zeit 1400-1800"