Rothgerberbach 1, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1900)
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Rothgerberbach 1 (50676 Altstadt-Süd)

Im Rothgerberbach wurden früher durch die Rotgerber Tierfelle mit Eichenlohe rot gefärbt. Frühere Bezeichnungen waren auch "Unter den Velpluckeren" und "Unter den Loeren". Mit den Straßen Blaubach, Weidenbach und Mühlenbach gehörte der Rothgerberbach zu den sog. Bächen südlich des Neumarkts. Der Duffesbach verläuft heute unter dem Blaubach/Rothgerberbach, war jedoch früher wesentlicher Teil der südlichen Kölner Wasserversorgung und diente den fellverarbeitenden Handwerkern. Die Abwässer veränderten den Duffesbach so stark, dass er südlich im Mittelalter auch "Velbach" genannt wurde (so zu sehen auf dem Mercator-Plan von 1571).

Die Weißgerber waren am Perlengraben ansässig.

Die am Rothgerberbach gefertigten Häute wurden anschließend in der Straße Unter Taschenmacher durch die dort ansässigen Ranzen- und Taschenmacher weiter verarbeitet. Im Rothgerberbach Nr. 1 wohnte der bekannte Kölner Stadtbaumeister Johann Peter Weyer (1794 - 1864) im 19. Jahrhundert. Das Haus enthielt eine bekannte Kunstgalerie mit Werken berühmter Künstler, die allerdings wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten von Weyer 1862 durch das Auktionshaus Lempertz versteigert wurde.

Heute ist der Rothgerberbach hauptsächlich eine breite Verbindungsstraße zwischen Barbarossaplatz westlich und Nord-Süd-Fahrt/Severinsbrücke östlich. Südlich ist ein Park auf dem ehemaligen Klostergarten von St. Pantaleon, man sieht das gelbe Gebäude des DIMDI durchschimmern.


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Michael Engel  sagt:

Die Bäume stehen an der Mauer zur Waisenhausgasse. Der Rothgerberbach mit dem Wasserturm ist hinter der oberen Bildhälfte zu sehen. An der Stelle stand Jahrzehnte später die Trümmeraufbereitungsanlage #319892.

Geschrieben: vor 10 Monaten