Pantaleon St., Am Pantaleonsberg, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1885)

Kirchen in Köln -ohne Dom- vor 1900 : Pantaleon St.

Am Pantaleonsberg (50676 Altstadt-Süd)

Der Weg "Am Pantaleonsberg" verbindet die Straße "Am Weidenbach" mit der Waisenhausgasse und zeichnet sich durch die Besonderheit einer umgekehrten Nummerierung aus. Sein Name erinnert daran, dass das Gelände des Klosters St. Pantaleon auf einer Anhöhe lag. Zur Geschichte von St. Pantaleon sei auf die entsprechende Bildsammlung verwiesen.


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Um 960 wird auf einem Hügel vor der Stadt von Erzbischof Bruno ( Bruder Kaiser Ottos des Großen ) eine Benediktinerabtei gegründet. Sie erhält den Namen des Heiligen, dem schon die bestehende Kirche geweiht ist, St. Pantaleon. 964 wird dann mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die im Jahre 980 fertiggestellt ist. 991 wurde Theophanu, Ehefrau des Kaisers Otto II auf eigenen Wunsch in dieser Kirche beigesetzt. Sie hatte wesentlich den Bau der Kirche mit gefördert. Der große Grundbesitz um die Kirche bietet Platz für Häuser, Hausplätze und Weingärten. Der ländlich geprägte Bereich, auch " villa" genannt, bietet Platz und Wohnraum für Mönche, Landarbeiter und Handwerksberufe. Berühmtheit erhält die Goldschmiedewerkstatt. Die Bewohner der "villa" wurden durch Erzbischof Arnold II 1154 bis zur Stadterweiterung und Einbezug in die Stadtmauer von allen Abgaben befreit. 1757 stürzt der südliche Winkelturm ein. Die Abtei wurde durch ein Dekret Napoleons 1802 aufgelöst. Auf dem Turm von St. P. wird 1832 ein optischer Telegraph eingerichtet. Es wurde die Station 51 auf der Strecke von Berlin nach Koblenz. Mittels Sichtverbindung konnte erstmals eine Nachricht in einer Zeit von zwei Stunden übermittelt werden. Für die Errichtung des Observatoriums musste der barocke Gibelhelmturm entfernt werden. Von 1819 an diente die Kirche als evangelische Garnisonskirche und seit 1850 abwechselnd auch als Katholische. Katholische Pfarrkirche wurde sie wieder ab 1922. Die Kirche enthält die Grabstätten von Erzbischof Bruno und der Kaiserin Nach einem Aquarell von Scheiner 1885

Weitere Fotos aus dem Album "Kirchen in Köln -ohne Dom- vor 1900"