Neumarkt mit Freiheitsbaum, Neumarkt, 50667 Köln - Altstadt-Süd (1794)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

Neumarkt mit Freiheitsbaum - Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

Neumarkt (50667 Altstadt-Süd)

Der Neumarkt ist der größte Platz in der Kölner Innenstadt. Hier finden jedes Jahr öffentliche Veranstaltungen wie Zirkusaufführungen und Karnevalssitzungen statt, im Winter ein großer Weinachtsmarkt. Der Neumarkt spielt  eine wichtige Rolle als Verkehrsknotenpunkt und markiert außerdem den Anfang der Einkaufszone der Innenstadt. Hier treffen sich die Straßen Schildergasse, Hahnenstr., Cäcilienstr. und die Thieboldsgasse.

Der Name "Neumarkt" stammt ursprünglich aus dem Lateinschen "in novo mercato" (auf dem neuen Markt). Mit der Zeit änderte sich der Name, so dass der Platz u.a. "uff dem numarkt", "numarkt", "an dem nuwen marte" oder "nuymarkt" hieß. Zum Ende des 14. Jahrhunderts fanden am Neumarkt Volks- und Schützenfeste statt. Diese wurden vom Rat veranstaltet. Im Spätmittelalter war der Neumarkt, so wie der Alter Markt und der Heumarkt, ein Handelplatz von großer Bedeutung.

Zu der Zeit der Franzosenbesatzung wurde der Name des Neumarktes auch je nach Anlass geändert. So hieß er 1794 "Place de la Republique", zu Napoleons Kaiserkrönung Place de l'Empereur (Kaisersplatz) und nach dem Sieg der Schlacht von Austerlitz "Place des Victories" (Siegesplatz). In 1804 übernachtete Napoleon sogar für vier Nächte im Hotel Blankenheimer Hof am Neumarkt.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Neumarkt total zerstört. Der Wiederaufbau begann jedoch direkt nach dem Krieg.

Zu den Sehenswürdigkeiten am Neumarkt zählen die Neumarktpassage mit Olivandenhof, die St. Aposteln Kirche, das Käthe-Kollwitz Museum, und das Schnütgen-Museum auf der Cäcilienstraße.


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln 1400-1800. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards.

Am 6. Oktober 1794 ziehen Französische Soldaten in die Stadt. Zum ersten Mal seit 900 Jahren wird Köln von feindlichen Truppen besetzt. Am Morgen reitet der Poststallmeister Elsen den Franzosen entgegen. Er kündigt die widerstandslose Übergabe der Stadt an. Am gleichen Tage fährt ein Abgeordneter des Rates General Francois Championet auf der Aachner Straße entgegen. Bürgermeister Reiner Joseph vom Klespe übergibt dann am Hahnentor die Stadtschlüssel. Am Nachmittag folgten dann die Truppenverbände. Kaufhäuser wurden besetzt und sämtliche Waren beschlagnahmt * Der Freiheitsbaum war das Zeichen in der französischen Revolution , welcher die Freiheit symbolisieren sollte. Meist wurden Pappeln verwendet und mit Bändern geschmückt. Bei der Besetzung des linken Rheinufers durch die Franzosen wurde teilweise die Aufstellung angeordnet. Am 9. Oktober 1794 ( 6. Oktober ? ) wird auf dem Neumarkt der erste Freiheitsbaum gepflanzt, mit bunten Fahnen behängt und von einer Jakobinermütze gekrönt, als revolutionäres Symbol der Freiheit. Eine neue Zeit sollte beginnen. Soldaten beobachten das Geschehen. Für die Kölner Ratsherren war eine Tribüne errichtet worden. Auf einem Kupferstich von 1798 ist ein Freiheitsbaum vor dem Rathaus zu sehen. Holzstich aus Zeitung *Quelle: Die Chronik Kölns Auf einem Kupferstich von 1798 ist ein Freiheitsbaum vor dem Rathaus zu sehen. Holzstich aus Zeitung

Weitere Fotos aus dem Album "Köln im Wandel der Zeit 1400-1800"