Mauritiuskirche mit Alexianerkloster, Mauritiussteinweg, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1865)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Mauritiuskirche mit Alexianerkloster - Köln im Wandel der Zeit 1800-1900

Mauritiussteinweg (50676 Altstadt-Süd)

Wie der Heilige Gereon, so gehörte auch Mauritius zu jenen römischen Legiönären, die aufgrund ihrer christlichen Überzeugung und der Weigerung ihre Glaubensbrüder zu ermorden selbst den Märtyrertod fanden. In Erinnerung daran gründeten 1144 Benediktinermönche das Kloster St. Mauritius. Kloster und Kirche verfielen im Laufe der Jahrhunderte und um das Jahr 1860 wurde der Abriss und ein Neubau im neugotischen Stil beschlossen. Auf dem Steinweg wurde zu diesem Zweck das Baumaterial in die Stadt geschafft. Die Bausteine stammten aus dem verfallenen römischen  Aquädukt.

Der Mauritiussteinweg führt vom Rothgerberbach, vorbei an der Mauritiuskirche bis zur Hahnenstraße.


Straßen und Plätze                          Sammlung Scheiner

Foto Nr.:84331

  Foto Nr.:463565

Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Das Album zeigt Bilder (Graphiken) von wichtigen Gebäuden und Plätzen unsere Stadt zwischen 1800 und 1900.

Zusammenfassungen und Detailangaben sind u.a. in folgen Sammlungen und Alben :

Tore und Befestigungen Kirchen Rathaus
Foto Nr.:54355

Denkmäler und Brunnen Der Dom Öffentliche Plätze

 

Die Gegend um St Mauritius gehörte lange Zeit zu dem am wenigsten bebauten und bevölkerten Gebiete der Stadt. Entstanden auf dem Boden von St. Pantaleon aufgrund einer Stiftung des Kölner Patriziers Hermann von Stave und diversen Absprachen mit dem Abt von St. Pantaleon. Die Pfarrer kamen somit bis 1802 immer aus dem Kreis der älteren und erfahrenen Klosterherren von St. Pantaleon. Die Kirche wurde 1135 erstmals erwähnt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde die Kirche von Erzbischof Arnold I (1138-1148) von Köln im Jahre 1141 zu Ehren des heiligen Mauritius konsekriert. Der Westbau der Kirche mit der Michaelskapelle und der Westempore wurde ab 1144 den Benediktiner Nonnen von der Insel Nonnenwerth zur Verfügung gestellt. Weitere Anbauten sind auf der Zeichnung von Finkenbaum von 1665 zu sehen. 1802 wurde der Benediktinerkonvent an St. Mauritius säkularisiert und die Baulichkeiten des Klosters, darunter der Westteil der Kirche, versteigert. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und dem damit zusammenhängenden Verfall der Kirche wurde diese 1830 teilweise abgebrochen. Der endgültige Abriss erfolgte 1859.Von 1861-1865 erfolgte unter Stiftung von Heinrich Frank ein (240 000.-Mark) Neubau, (Entwurf :Dombaumeister Vincenz Statz) der am 8.6.1865 eingeweiht wurde. Unter dem 9. Oktober 1865 beschreibt eine Kölner Zeitung die neue, aus Eichenholz geschnitzte Kanzel als eine würdige Zierde der Kirche und die Stadt ist um ein Kunstwerk reicher geworden. Die Kanzel ist in dem Baustil der Kirche entsprechend, in gothischen Formen ausgeführt. Plan und Zeichnung stammen von den in Köln geborenen Gebrüdern Bong. Von ihnen stammen mehrere Schnitzereien in Köln, namentlich in St. Peter. Die neue Kirche ist 51 Meter lang und 36 Meter breit und im Mittelschiff 22 hoch. Der Turm misst 72 Meter. Vor der Kirche das Alexianerkloster; heute Wolkenburg Der Name taucht erstmals in den Schreinsbüchern der Pfarre St. Peter 1231 als Hof Wolkenburg auf mit dem Namen der Witwe Liveradies. Danach folgten viele Namen bis 1309 Johannes von Wolkenburg eingetragen war und 1316 Anselm v. Wolkenburg. Im folgte Goswin von Wolkenburg und dann verschwinden die Namen Wolkenburg für lange Zeit.1625 taucht dann erstmals der Name Thonet auf, ein angesehener Bürger der Stadt. In den Schreinsbüchern der Stadt gibt es noch vier Straßen mit dem Namen „ Wolkenburg „u.a. auf dem Alter Markt * 1798 ist im Einwohnerverzeichnis die Nr. 5915 „ An der Wollküche „ vermerkt. In einem neueren Verzeichnis heißt es Nr. 35 „ Hofengasse „ Adressant war 1822 der Kutscher Johann Müller und 1838 die Witwe Gertrud Seiberts oder Sieberts- Mietkutscherin- 1863 ging das Haus an H. Baches, der es als Festlokal und Ausstellungslokal umbauen ließ. 1873 erfolgte dann der Ankauf durch den Männergesangverein. Nach der Säkularisierung 1802 ging die Wolkenburg zuerst in privaten Besitz und dann in den Besitz der Stadt über. 1829 übernahmen die Alexianerbrüder das Haus. In den Jahren 1876/77 wurde das Haus grundlegend umgebaut und renoviert. Architekt war Baumeister Nagelschmidt. Die Kölner Zeitung schreibt unter dem 12. Februar 1877 einen ausführlichen Bericht über die feierliche Einweihung und die neue Ausgestaltung des Hauses.** Im dem Haus war die Kunstgewerbeschule und die Rheinische Musikschule untergebracht. Am 31.5.1942 wurde das Haus stark beschädigt . Quellen: *Kölner Volks-Zeitung vom 3.VI. 1889 ** Kölner Zeitung vom 12.2.1877

Weitere Fotos aus dem Album " Köln im Wandel der Zeit 1800-1900"