Luftbild der zerstörten Innenstadt, Blaubach, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1942)
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Luftbild der zerstörten Innenstadt

Blaubach (50676 Altstadt-Süd)

Unter dem Blaubach verläuft der Duffesbach, an dem die Blaufärber früher ihrer Arbeit nachgingen. Sie stellten blaues Leinen her, welches weit über Köln hinaus zur Herstellung von Arbeitskleidung diente. Der dafür nötige Farbstoff "Waid" wurde übrigens am nahen Waidmarkt gehandelt. Nördlich des Blaubachs findet man noch gut erhaltene Reste der alten Stadtmauer.

Am Blaubach 4 wurde im Haus Weinsberg Wilhelm Joest geboren, der mit seinem Schwager Eugen von Rautenstrauch Stifter des nach ihnen benannten Rautenstrauch-Joest-Museums für Völkerkunde wurde. Der Museumsstifter (Wallraf-Richartz-Museum) Johann Heinrich Richartz lebte ab 1835 im Blaubach 45/49. Während der Nazizeit befand sich im Blaubach 1 die Gauleitung der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt".

Heute ist der Blaubach eine mehrspurige Straße und verläuft als Verlängerung des Rothgerberbachs nach Osten zum Waidmarkt. Das Finanzamt Köln-Mitte und das Justizvollzugsamt Rheinland sind am Blaubach beheimatet.


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Michael Engel  sagt:

Das komplette Stadtviertel in dem auffälligen Dreieck zwischen Blaubach im Norden, dem Waidmarkt/Severinstraße im Osten und dem Perlengraben im Westen ist heute nicht mehr vorhanden (linke Bildhälfte). Nachdem der Bombenkrieg nahezu alle Aufbauten niederbrannte und das zahlreich vorhandene Volk vertrieb, wurde die gesamte Dreiecksfläche später vorwiegend Verkehrsbauten der Severinsbrücke und der Tel-Aviv-Straße zugeschlagen. Der Perlengraben wurde von seiner südlichen Verbindung zur Severinsstraße und der Ulrichgasse, heute Karl-Berbuer-Platz, abgeschnitten und als Rampe für die neue Severinsbrücke wie eine Autobahn ausgebaut und verlor somit völlig seine frühere Funktion als Wohnstraße. Auf der südwestlichen Seite des Perlengrabens verschwanden die Einmündungen Im Eulengarten (Straße ist nicht mehr vorhanden), Schnurgasse und Heinrichstraße. Auf der nord-östlichen Straßenseite des Perlengrabens verschwanden mit der Weißgerbereckgasse und der Große Spitzengasse auch deren Einmündungen. So erinnert nichts mehr an Vorkriegszeiten sondern es wurde ein städtebaulich problematisches Altstadtareal geschaffen, dessen heikle Verkehrssituation zwar damals schon erkannt wurde aber bis heute nicht gelöst ist. Gegenwärtig ist aber genau in dieser Insellage wieder ein neues Wohngebiet mit Hotel entstanden nachdem einige Verwaltungsgebäude niedergelegt wurden. Auffallend auch die dem Wasserturm südlich bis zum Blaubach vorgelagerte dichte Bebauung (Alte Mauer am Bach), von der nichts mehr existiert. #Foto 127789 zeigt das Ende dieses Stadtteils 1945. Luftbild #161869 bietet die Fortsetzung dieses Luftbildes nach Westen in Richtung Barbarossaplatz.

Geschrieben: vor etwa 4 Jahre


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Bilderbuch Köln  sagt: "Guter Hinweis"

Danke für die Info, Datum ist korrigiert.

Geschrieben: vor etwa 10 Jahre