"Et Dreikünnijepöözje", Lichhof, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1950)
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Walter Dick Walter Dick
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Album: Rund um St. Maria im Capitol 1950

Rund um St. Maria im Capitol 1950 : "Et Dreikünnijepöözje"

Lichhof (50676 Altstadt-Süd)


Das kleine Tor zur ehemaligen Stiftsimmunität, das Dreikönigenpförtchen, ("Dreikünnijepöözje"), das den Lichhof im Osten der Kirche und den Marienplatz (Altstadt-Süd) miteinander verbindet, hat seinen Namen von den Figuren der Hl. Drei Könige, den Stadtpatronen Kölns. Deren Figuren und die der Gottesmutter Maria befinden sich in den Nischen über dem spitzbogigen Durchgang.

Der Sage nach soll der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel, der aus Mailand die Gebeine der drei Heiligen nach Köln brachte, diese durch das "Dreikünnijepöözje" heimlich in die Stadt gebracht haben.

Weitere Fotos aus dem Album "Rund um St. Maria im Capitol 1950"


Nach den Zerstörungen des Krieges waren die meisten der romanischen Kirchen Kölns nachhaltig beschädigt oder sogar bis fast zur Gänze zerstört. Sofort nach dem Kriege setzten Diskussionen ein, wie mit den Ruinen umgegangen werden sollte. Schon bald war klar, dass keine dieser romanischen Kirchen aufgegeben werden sollte, über die Art und den Zeitraum von Nutzung und Wiederaufbau gab es jedoch lange Diskussionen, an denen sich neben Vertretern der Kirche der Dombaumeister, namhafte Architekten und seitens der Stadt die Denkmalpflege beteiligten. Alle romanischen Kirchen bis auf St. Cäcilien befanden sich im Eigentum der Kirche bzw. der jeweiligen Kirchengemeinde.

Manche der mittelalterlichen Bauten, so auch Maria im Kapitol, waren jedoch in einem solchen Zustand, dass z.B. von dem damaligen Dombaumeister Willy Weyres (1903-1989)und dem Architekten Rudolf Schwarz (1897-1961) vorgeschlagen wurde, Teile dieser Kirchen, da völlig verloren, in zeitgenössisch moderner Form "weiterzubauen". Weyres hatte ja einige dieser Vorstellungen bei Figuren am Kölner Dom verwirklicht (z.B. Engelfigur über den Westportalen) und Schwarz wie auch andere Architekten hatten bei anderen Kirchen als den romanischen moderne Bauformen mit den unzerstörten Altteilen kombiniert.

Bei den romanischen Kirchen setzten sich schließlich die Denkmalpfleger durch und der Wiederaufbau erfolgte ausschließlich nach den historischen Vorbildern. Dabei ließ man sich von den romanisch-frühmittelalterlichen Ursprüngen leiten und ließ sowohl gotische, als auch barocke und historisierende Ergänzungen außen vor. Allerdings wurden bei der Innenraumgestaltung die mittelalterlichen Ausmalungen nicht wieder aufgenommen, so dass sich einige Kirchen, vor Allem Groß St. Martin, heute im Inneren steinsichtig zeigen. Diese "Schlichtheit" als Gegenströmung zu den farbenfreudigen Ausmalungen im 18. und 19. Jhdt. zeigt dann doch, dass sich kirchenbauliche Vorstellungen der Mitte des 20. Jhdts. beim Wiederaufbau doch zumindest im Inneren durchsetzten. Gleiches gilt für die Gestaltung der Fenster. Hier wurden entweder moderne Vorstellungen (z.B. St. Gereon-(1911-1990) umgesetzt oder, vielleicht auch nur vorübergehend (Groß St. Martin), einfach weiße Lösungen gefunden.

Insgesamt muss der Wiederaufbau der romanischen Kirchen in den 45 Jahren nach dem Kriege als eine großartige Leistung aller Beteiligten angesehen werden. Es war nicht zuletzt die Verehrung der Kölner für diese großartigen Baudenkmäler, die es ermöglichte, diese fast verlorengegangenen Schätze der Baukunst des Mittelalters wieder zu errichten. So verfügt die Stadt wieder über eine Schatz von Bauzeugnissen aus einer Zeit, da die Stadt über die Grenzen hinaus größte Bedeutumg für das ganze Heilige Römische Reich hatte.