Die Mauritiuskirche 1827, Mauritiussteinweg 61, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1827)

Kirchen in Köln -ohne Dom- vor 1900 : Die Mauritiuskirche 1827

Mauritiussteinweg 61 (50676 Altstadt-Süd)

Wie der Heilige Gereon, so gehörte auch Mauritius zu jenen römischen Legiönären, die aufgrund ihrer christlichen Überzeugung und der Weigerung ihre Glaubensbrüder zu ermorden selbst den Märtyrertod fanden. In Erinnerung daran gründeten 1144 Benediktinermönche das Kloster St. Mauritius. Kloster und Kirche verfielen im Laufe der Jahrhunderte und um das Jahr 1860 wurde der Abriss und ein Neubau im neugotischen Stil beschlossen. Auf dem Steinweg wurde zu diesem Zweck das Baumaterial in die Stadt geschafft. Die Bausteine stammten aus dem verfallenen römischen  Aquädukt.

Der Mauritiussteinweg führt vom Rothgerberbach, vorbei an der Mauritiuskirche bis zur Hahnenstraße.


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln bis 1900. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards. Lithographie von Wünsch nach Weyer. Die Gegend um St Mauritius gehörte lange Zeit zu dem am wenigsten bebauten und bevölkerten Gebiete der Stadt. Entstanden auf dem Boden von St. Pantaleon aufgrund einer Stiftung des Kölner Patriziers Hermann von Stave und diversen Absprachen mit dem Abt von St. Pantaleon. Die Pfarrer kamen somit bis 1802 immer aus dem Kreis der älteren und erfahrenen Klosterherren von St. Pantaleon. Die Kirche wurde 1135 erstmals erwähnt. Nach sechsjähriger Bauzeit wurde die Kirche von Erzbischof Arnold I (1138-1148) von Köln im Jahre 1141 zu Ehren des heiligen Mauritius konsekriert. Der Westbau der Kirche mit der Michaelskapelle und der Westempore wurde ab 1144 den Benediktiner Nonnen von der Insel Nonnenwerth zur Verfügung gestellt. Weitere Anbauten sind auf der Zeichnung von Finkenbaum von 1665 zu sehen. 1802 wurde der Benediktinerkonvent an St. Mauritius säkularisiert und die Baulichkeiten des Klosters, darunter der Westteil der Kirche, versteigert. Wegen finanzieller Schwierigkeiten und dem damit zusammenhängenden Verfall der Kirche wurde diese 1830 teilweise abgebrochen. Unter dem 29.3.1853 schreibt die Kölner Zeitung u.a.: Sicheren Erkenntnissen nach ist die Angelegenheit des Neubaus der St. Mauritius- Kirche jetzt ganz geordnet. Die Pläne, die neue Straßenanlage, alles ist von der königlichen Regierung genehmigt, somit dem Angriff des Neubaus nichts Weiteres im Wege steht. Die neue Kirche wird nach den Plänen und mit dem Architekten V. Satz gebaut. Am 22.November 1859 wurde dann der Hahn von dem Turme der Kirche abgenommen und hiermit der Abbruch dieses ehrwürdigen aber zerfallenen Gebäudes begonnen. Von 1861-1865 erfolgte unter Stiftung von Heinrich Frank ein (240 000.-Mark) der Neubau. Am 16.5.1863 berichtet die Presse über den Bautenstand, die bereits ganz eingedeckte Kirche, das hohe eingewölbte und verputzte Chor und den noch nicht bis zum Dachfirst gediehenen Turm. Finanzierungsprobleme treten auf. Unter dem 3. Juni 1865 berichtet die Presse über den Innenausbau und die Schönheit der neuen Fenster. Gleichzeitig wird Kritik über das Umfeld der Kirche, insbesondere der Taubengasse berichtet. Am 17.November 1886 wurde der Schlußstein des Turmhelmes der neuen Kirche gesetzt, und steht die Vollendung des ganzen Werkes –mit Aufrichtung der Statue des heil. Mauritius auf der Turmspitze- schon in der nächsten Woche in Aussicht. Die Statue ist verfertigt von dem Bildhauer Fuchs, nach einem Entwurf von Prof. Steinle. Unter dem 9. Oktober 1865 beschreibt eine Kölner Zeitung die neue, aus Eichenholz geschnitzte Kanzel als eine würdige Zierde der Kirche und die Stadt ist um ein Kunstwerk reicher geworden. Die Kanzel ist in dem Baustil der Kirche entsprechend, in gotischen Formen ausgeführt. Plan und Zeichnung stammen von den in Köln geborenen Gebrüdern Bong. Von ihnen stammen mehrere Schnitzereien in Köln, namentlich in St. Peter. Die neue Kirche ist 51 Meter lang und 36 Meter breit und im Mittelschiff 22 hoch. Der Turm misst 72 Meter. Quellen: Div. Zeitungen aus der Bauzeit.

Weitere Fotos aus dem Album "Kirchen in Köln -ohne Dom- vor 1900"