"Das verlorene Dreieck", Perlengraben 2, 50676 Köln - Altstadt-Süd (2010)
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Album: Altstadt Süd aus der Luft

"Das verlorene Dreieck" - Altstadt Süd aus der Luft

Perlengraben 2 (50676 Altstadt-Süd)

Der 1106 entstandene Graben, an dem die sog. Pellen gerichtet wurden, speiste sich aus dem Duffesbach. In der Nähe des Duffesbaches (heute unterhalb Rothgerberbach/Blaubach) wurden bis ins 19. Jahrundert Felle und Tierhäute verarbeitet. Im Perlengraben, im Mittelalter "Pellergraben" genannt (von lat. pellio, Kürschner), waren die Fellpflücker oder Gerber ansässig. Sie siedelten hier seinerzeit am Stadtrand an wegen des erheblichen Gestanks, den ihre Arbeit mit sich brachte.

Von 1735 bis 1766 war der Sitz der päpstlichen Nuntiatur im sog. Haus Canto, errichtet durch den Bankier Lambert Canto (Ecke Waisenhausgasse). Aus diesem Haus wurde später ein Zucht- und Arbeitshaus und dann ab 1800 ein Waisenhaus. Es wurde im Krieg völlig zerstört. Nach Zuschüttung des wasserführenden Grabens um 1830 wurde der Perlengraben zu einer der breitesten Straßen Köln und wirkte durch den Baumbestand wie eine Allee. Heute dient der Perlengraben als Zubringer zu Severinsbrücke. Das Berufskolleg Hans-Böckler-Schule befindet sich in der Hausnummer 101. Hier sieht man die aktuelle Verkehrslage mit einer Webcam.


Eingezwängt zwischen drei Straßenzügen, dem Blaubach (rechts), der Nord-Süd-Fahrt (hier Tel-Aviv-Str. , unten) und dem Perlengraben (links) mit einer Art Autobahnausfahrt an der Spitze zeigt sich dieses Gelände gewissermaßen als Opfer von Verkehrsplanungen der Nachkriegszeit. Damals mit dem Beginn der Massenmotorisierung glaubte man die autogerechte Stadt bauer zu müssen und zu können. Neben dem Hochhaus einer Versicherungsgesellschaft an der Mengelbergstr. und den Bauten des Finanzamtes gibt es tatsächlich am Blaubach noch eine Wohnbebauung. Für diese gibt es aber keinerlei direkte Anbindung an die Infrastruktur der umliegenden Viertel. Zuerst müssen die Inselbewohner die breiten (Verkehrs)stöme überwinden, bevor sie zum Einkaufen oder zum Spazierengehen gelangen können.

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