Chlodwigplatz und Severinstor, Chlodwigplatz, 50678 Köln - Altstadt-Süd (1960)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Chlodwigplatz und Severinstor

Chlodwigplatz (50678 Altstadt-Süd)

Nach dem Ende der Römerherrschaft waren es die Merowinger, die zu den einflußreichsten Herrschern in Europa wurden und den Boden für die ihnen folgenden Königs- und Kaisergestalten des Mittelalters und der frühen Neuzeit legten. Es leuchtete daher ein, dass bei der Namensgebung der Kölner Ringe, die auf die Entwicklung der deutschen Geschichte veweisen, auch der erste Merowingerkönig Chlodwig geehrt werden sollte.

Erst 14 Jahre nach seinem Herrschaftsantritt ließ er sich ca. 497 Taufen und somit zum Christentum bekehren. Die Nächstenliebe war ihm dabei jedoch fremd. Für die Verwirklichung seiner Machtpolitik schreckte er auch vor Mord nicht zurück.

Am Chlodwigplatz lässt sich eines der letzten erhalten Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer bewundern, die Severinstorburg. Alljährlich beginnt am Chlowigplatz der Rosenmontagzug. Einmalig fand bisher das "Arsch huh - Zäng ussenander" Konzert am 9. November 1992 auf diesem Platz statt.

In den, als Umsteigeort für den Nahverkehr genutzten, Platz mündet die Severinstraße. Vom ihm zweigen die Bonner Straße und die Merowinngerstraße nach Süden ab.


Der Chlodwigplatz ist eine Bushaltestelle vor dem mittelaterlichen Tor. An der rechten Seite kann man erkennen, wie damals nach dem Kriege Telefonzellen (noch gelb, nicht magenta!) aussahen.

Auf der rechten Seite des Platzes befand sich nach dem Kriege ein Kino, das Roxy, in dem das bis dahin in Deutschland unbekannte Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht" ca. 9 Monate lang lief.

Und unter einem der Nachbarhäuser fanden junge Leute bei Ausschachtungsarbeiten das Grabmal des Poblicius, das heute eines der Wahrzeichen des Römisch-Germanischen-Museums ist.

Das Severinstor ("de Vringspooz")als südliches Ausfalltor der mittelalterlichen Stadt steht auf der Trasse der alten Römerstraße von Köln rheinaufwärts nach Süden.

Das zugeordnete Foto zeigt, wie der Platz einmal aussah. Es bleibt zu wünschen, dass er nach Abschluss der U-Bahnbauarbeiten wieder ein richtiger schöner Platz wird und keine Bushaltestelle.

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