Carmeliterkirche, Vor den Siebenburgen, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1643)
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Harald Gerhards Harald Gerhards
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Album: Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

Carmeliterkirche - Köln im Wandel der Zeit 1400-1800

Vor den Siebenburgen (50676 Altstadt-Süd)

Der Name der Straße verweißt auf sieben Gutsburgen, oder Höfe, die dort bestanden. Während der französischen Herrschaft wurde sie, als Verweis auf das in der Nähe gelegene Grab der Kaiserin Theophanu in der Pantaleonskirche, in "Ruè Thèophania" umbenannt.

Vor den Siebenburgen führt von der Waisenhausgasse bis zur Ulrichgasse. Über die Straße ist auch der Eingang zur St. Maria vom Frieden zu erreichen.


Stiche aus einer Graphiksammlung über Köln 1400-1800. Zur Verfügung gestellt von Harald Gerhards.

Der Karmeliterorden ist nach Überlieferungen seit 1256 in Köln. Genaue Daten gibt es nicht. Der Orden wurde im Volksmund „Frauenbrüder“ genannt und war ein Bettelorden, der von Spenden lebte. Ab dieser Zeit hat er Grundstücke zwischen Severinstrasse, Bonnergasse, Große Spitzgasse und Waidmarkt erworben und dort 1260 ein Kloster mit Kirche errichtet. Es war das größte Kloster in Deutschland und von großer Bedeutung. Die Weihe war für 1280 angekündigt. Im Jahre 1363 erfolgte eine Erweiterung der Kirche. Um 1400 ließ der Karmeliter Graf Konrad von Arensberg in der Kirche auf seine Kosten eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes errichten. Urkundlich wird die Kapelle 1427 als vorhanden erwähnt. Am 16. Juni 1401 soll ein Blitz in die Kirche eingeschlagen sein. Vom Jahre 1547 wurde der Klosterumgang von bekannten Künstlern mit Ölgemälden mit Darstellungen aus dem neuen Testament verziert. Auf dem Stadtplan von Woensam vom 1531 ist die Anlage bereits zu sehen. Unter Leitung des Prokurators, also des Leiters des Bauwesens und der Baukasse wurden einige Ergänzungen vorgenommen. 1352 entstand das Krankenhaus,1358 das Brauhaus, 1372 der Brunnen und 1394 ein neues Haus neben dem Chor.1429/31 eine Bücherei und 1516 eine Badestube. Wegen Einsturzgefahr, ein Pfeiler und ein Teil des Gewölbes war am 6.2.1606 eingestürzt, ordnete die Stadt eine Überprüfung an. Mit Genehmigung der Stadt sollte über eine Kollekte Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Nach Bewilligung eines Zuschusses wurde dann aber die Kollekte verboten. Eine weitere durchgreifende Restauration erfolgte dann 1642 auf Kosten des Kardinals Franziscus Maria Machiavwelli und weitere Wohltäter. Bekannt wurde das Kloster 1673 als hier über die Beteiligung am Krieg zwischen Frankreich und den Niederlanden verhandelt wurde. Es trafen sich neben den Kriegsparteien Bevollmächtigte des Kaisers, der Könige von Spanien, England und Schweden, sowie der Kurfürst von Brandenburg und von Köln der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich. Über den Verlauf schreibt die Chronik u.a.:“ Bei Trinkgelagen und Lustbarkeiten sind sie öfter als im Kapitalsaal. Bei einer Abwechslung, einer Jagt in Brühl, soll mehr Wein als Wild vernichtet worden sein ( Stadtanzeiger vom 6.11.2012) Im Jahre 1802 wurde das Kloster , wie alle geistlichen Institute aufgehoben und verstaatlicht und als Fruchtmagazin genutzt und baulich vernachlässigt, so dass am 8. Mai 1810 der Giebel einstürzte.1811 erfolgte der endgültige Abbruch Wegen Baufälligkeit wurde von der französischen Verwaltung der Abbruch einiger Teile angeordnet. Vorher wurde 1804 die Orgel an die Kirche in Elberfeld verkauft und die Glocken kamen in die St. Georgs Kirche. Die weitläufigen Klostergebäude wurden an die Stadt für eine Primärschule abgetreten und später als das jetzige Friedrich- Wilhelm- Gymnasium genutzt Textteile von Archivar Dr. Johannes Krudewig und Hans Vogts

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