Blick zum Dom, Mauritiuskirchplatz, 50676 Köln - Altstadt-Süd (2013)
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Frank Warda Frank Warda
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Album: Vom Turm der Mauritiuskirche Juli 2013

Vom Turm der Mauritiuskirche Juli 2013 : Blick zum Dom

Mauritiuskirchplatz (50676 Altstadt-Süd)

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Weitere Fotos aus dem Album "Vom Turm der Mauritiuskirche Juli 2013"


Am 30.Juli 2013 hatten wir das Glück, im Zuge der Sanierungsarbeiten am Turm der Mauritiuskirche bis zur Spitze des ca. 70 Meter hohen Turms fahren zu können und dort nicht nur die Restaurierung des heiligen Mauritius zu sehen, sondern auch einen ungewohnten Ausblick auf die Innenstadt zu haben.

Zwischen Zülpicher Platz und Neumarkt erhebt sich der steinerne Turm der Pfarrkirche St. Mauritius. Diese Kirche, ein neugotischer Bau des 19. Jhdts. bzw. eine davon ausgehender Neubau der 50er Jahre, ist dem Hl. Mauritius (Moritz, Maurits, Maurice, Morris) geweiht, einem römischen Soldaten, Mitglied der sog. Thebanischen Legion, der mit seinen Glaubensgenossen wegen seines Bekenntnisses zum Christentum hingerichtet wurde. Der Hl. Gereon, Patron der großen Stiftskirche an der Christophstr., war einer seine Märtyrergefährten.

Die Kirche St. Mauritius steht an der Stelle eines romanischen Vorgängerbaus aus dem 12. Jhdt. der wiederum einen Vorgängerbau aus dem 9. Jhdt. ersetzte. Die Kirche war eine sog. Eigenkirche des Stifts von St. Pantaleon, dh. der Abt von St. Pantaleon hatte das Recht, hier einen Pfarrer einzusetzen. Später diente der Kirchenbau Benediktinerinnen als Kloster und als Pfarrkirche des Stiftes von St. Pantaleon. In der Säkularisation wurde das Kloster aufgehoben, der zugehörige umfangreiche Landbesitz wurde versteigert. Der alte Bau verfiel ungenutzt mehr und mehr und wurde schließlich trotz Einwänden der Pfarrmitglieder und auch des Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner (1802-1861) im Jahre 1859 abgerissen.

Ab 1861 entstand an ihrer Stelle ein neugotischer Kirchenbau nach Entwürfen von Vincenz Statz (1819-1898). Die endgültige Fertigstellung des Turms beendete diese Bauphase im Jahre 1865.  An der bildhauerischen Gestaltung war auch der berühmte Dombildhauer Peter Fuchs (1829-1889) beteiligt, von dem die große Figur des Hl. Mauritius auf der Turmspitze geschaffen wurde, wie auch der Schmuck des Tympanons über dem ehemaligen Haupteingang am Turm der Kirche und die Figuren der Hl. Dyonisos und Reinhold.

Der Neubau wurde durch eine Spende des Kaufmanns Heinrich Nikolaus Frank ermöglicht, zu dessen Ehren die benachbarte Frankstr. (Altstadt-Süd) benannt wurde. Die Kirche wurde im Kriege ein Opfer der Bomben, lediglich der Turm bleib relativ unversehrt, während Langhaus und Chor sehr stark zerstört wurden.

Der Neubau nach dem Kriege sah eine deutlich kleinere Kirche vor, die nach Plänen des Architekten Friedrich (Fritz) Schaller (1904-2002) Er schuf einen kleineren mehr zentral orientierten Kirchenraum unter Einbeziehung von erhalten gebliebenen Teilen des Chors und des Langhauses.  Gemäß seinem Wunsch blieben auch die beiden Flankierungstürme zwischen Chor und Langhaus erhalten.

Seit April 2013 wird der Turm, der den Krieg relativ unbeschadet überstanden hatte umfassend renoviert. Dabei werden die Fugen zwischen den Sandsteinen freigelegt und mit Bleiwolle neu verfugt. Schadhafte Stellen werden ausgeschnitten und mit Ersatzsteinen aus dem Originalmaterial, einem nicht kalkgebundenen Sandstein, neu gefüllt. Der Kopf des Hl. Mauritius an der Turmspitze wurde nach dem alten, arg in Mitleidenschaft gezogenen Vorbild neu gearbeitet.