"Autobahnauffahrt" Severinsbrücke, Löwengasse, 50676 Köln - Altstadt-Süd (2010)
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Album: Altstadt Süd aus der Luft

"Autobahnauffahrt" Severinsbrücke - Altstadt Süd aus der Luft

Löwengasse (50676 Altstadt-Süd)


Für den Bau der autobahnähnlichen Auffahrten zur Severinsbrücke wurden auf beiden Seiten des Rheins ganze Wohnquartiere abgerissen. Die Vorstellungen der 50er Jahre von einer autogerechten Stadt werden heute als falsch angesehen, sind aber kaum noch rückgängig zu machen. Hier wie an vielen andren Stellen Kölns müssen die Menschen mit derartigen "Schneisen" leben, die Stadtviertel zerschneiden bzw. von gewachsenen Verbindungen abschneiden.

In der Mitte an der Weberstr. die Förderschule "Sehen" des LVR (Landschaftsverband Rheinland) und darüber das Kaiserin-Augusta-Gymnasium(KAS). Links an der Severinstr. (Altstadt-Süd) die Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

Weitere Fotos aus dem Album "Altstadt Süd aus der Luft"


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Werner Müller  sagt:

Ich stimme Ihren Ausführungen teilweise zu, Herr Hermanns. Aber von einer zusammenhängenden Wohnstruktur wie es sie vor dem Kriege gab konnte ja wohl nicht mehr die Rede sein. Nicht alles aber das meiste war schwer beschädigt oder zerstört, viele Fotos bei Bilderbuch geben Zeugnis davon. Die aus heutiger Sicht vielfach bedauernswerten Eingriffe durch die Verkehrsplanung in den von Ihnen beschriebenen Orten oder deren völliges Verschwinden war erst durch die massive Vernichtung im Kriege möglich wobei entsprechende Planungen bereits vor dem Krieg bestanden. Den Rest erledigte der sogenannte "Zeitgeist", dem der Krieg den Weg endgültig frei machte.

Geschrieben: vor fast 5 Jahre


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Ulrich Hermanns  sagt:

Zehn Jahre nach Kriegsende waren schon wieder viele Menschen in ihre alten, natürlich oft nur notdürftig bis provisorisch wiederhergestellten Wohnquartiere gezogen. Es gab unterirdisch die nur wenig zerstörte Infrastruktur und die Menschen identifizierten sich mit ihrem " Veedel" rund um St. Johann Baptist. Der Verfasser erinnert sich z.B. an eine ziemlich unversehrte Häuserreihe auf der Südseite der Löwengasse, die dann abgerissenwurde. Diese Menschen mussten "umgesetzt" werden, so nannte man damals recht euphemistisch die erzwungenen Umsiedlungen und Zwangsenteignungen. Weiter ist nicht zu übersehen, dass der Bau der breiten Zufahrten und der Nord-Süd-Fahrt das ganze Viertel zwischen der Waisenhausgasse und der Ulrichgasse von seinem Zentrum um die Severinsstraße abschnitt und bis heute abschneidet.

Geschrieben: vor fast 5 Jahre


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Werner Müller  sagt:

Auf "Beiden Seiten des Rheins wurden ganze Wohnquartiere abgerissen" . Das suggeriert natürlich, dass es sich um intakte Viertel handelte, was natürlich durch die massiven Kriegszerstörungen besonders in dieser Gegend nicht der Fall war. So ging es dann auch zum größten Teil "nur" um das Abräumen von Ruinen und Trümmerbergen. Die Tabula rasa machte es wesentlich leichter ein so monströses Bauvorhaben zu realisieren. Das trifft sicher auf alle anderen Bauwerke der "autogerechten Stadt" zu. Bei Vorhandensein einer intakten und zusammenhängenden Wohnstruktur wäre die Brücke an dieser Stelle sicher nicht gekommen.

Geschrieben: vor fast 5 Jahre