alte Häuser in der Thieboldsgasse, Thieboldsgasse 193, 50676 Köln - Altstadt-Süd (1939)
hochgeladen von:
Stadtkonservator Köln Stadtkonservator Köln
2433 mal angesehen.

alte Häuser in der Thieboldsgasse

Thieboldsgasse 193 (50676 Altstadt-Süd)


Die Thieboldsgasse ("de Deepejass") wie das ganze Viertel südlich des Neumarkts bis zu den Bächen war vor dem zweiten Weltkrieg ein sehr heruntergekommenes Wohnquartier mit der größten Bevölkerungsdichte der ganzen Stadt. Sprichwörtlich für dieses Quartier war die Löhrgasse, heute verschwunden. Benhm sich jemand besonders "ordinär" hieß es: "Do küss wohl uss d´r  Löhrjass"

Im Krieg vollig zerstört wurde der Wiederaufbau nach modernen Erkenntnissen mit deutlich geringerer Bevölkerungsdichte bewrkstelligt. Einer der wichtigsten Initiatoren dieses Wiederaufbaus war der spätere Oberbürgermeister Theo ("Düres") Burauen.

Weitere Fotos von Stadtkonservator Köln


17546_pn_1799_4a13fdf3aaa574d22748e58456e5b334b6a243b9

Ulrich Hermanns  sagt: "Gerberei"

Das Wasser für dieLederverarbeitung kam nun mal aus dem Bach ("die Baach"), der aus dem Vorgebirge kommend im Schwung entlang der alten Römermauer floss. Dass hier die Lederverarbeitung ihr Zentrum hatte, belegen die Straßennamen Rotgerbergach, Perlengraben und Weißgerbereckgasse (verschwunden). Wieso Perlengraben? Man vermutet, das dies eine Euphemisierung des Berufs "Peller" war, eine Berufsbezeichnung für die Leute, die die Rohhäute vor dem Gerben von Fett- und Fleischresten befreiten, eine unappetitliche Arbeit, deren Gestank dem der Lohgerberei wohl in nichts nachstand. Wie überhaupt die ganze Stadt bis in die Neuzeit wohl ein olfaktorisches Schmuckstück war. (...und mancherorts bis heute ist.)

Geschrieben: vor mehr als 3 Jahre


21305_nn_763_8e144afdd8bc7aed781f329a5906af539c6534cd

Stefan Robertz  sagt:

Das ist ja sozusagen eine Doppelbedeutung... Wasser ist unverzichtbar für das Gerberhandwerk. Interessant finde ich jedoch das die Gerber (wenn sie denn Namensgebend sind) trotz der typischen Geruchsemissionen so "zentrumsnah" angesiedelt waren...

Geschrieben: vor mehr als 3 Jahre


17546_pn_1799_4a13fdf3aaa574d22748e58456e5b334b6a243b9

Ulrich Hermanns  sagt: "Löhrgasse"

Die Löhrgasse war ein Teil der heutigen Agrippastraße. Auf dem Mercatorplan von 1570 findet sich eine Straßenbezeichnung "Under Löer" Für den Namen gibt es zwei Deutungsvorschläge: Die Löhrer oder Löer waren die Gerber, die die Tierhäute mit Lohe-Eichenrinde-gerbten. Die zweite Deutung geht vom Begriff "Lar" für Bach oder Gewässer aus.

Geschrieben: vor mehr als 3 Jahre


18109_nn_13_b55e26fc5cbd6e57c0578af597dcd1febc74a713

Werner Müller  sagt: "Löhrgasse"

Wo verlief sie genau ?

Geschrieben: vor mehr als 3 Jahre