Überblick über die südliche Altstadt, Perlengraben, Köln - Altstadt-Süd (2010)
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Album: Altstadt Süd aus der Luft

Überblick über die südliche Altstadt - Altstadt Süd aus der Luft

Perlengraben ( Altstadt-Süd)

Der 1106 entstandene Graben, an dem die sog. Pellen gerichtet wurden, speiste sich aus dem Duffesbach. In der Nähe des Duffesbaches (heute unterhalb Rothgerberbach/Blaubach) wurden bis ins 19. Jahrundert Felle und Tierhäute verarbeitet. Im Perlengraben, im Mittelalter "Pellergraben" genannt (von lat. pellio, Kürschner), waren die Fellpflücker oder Gerber ansässig. Sie siedelten hier seinerzeit am Stadtrand an wegen des erheblichen Gestanks, den ihre Arbeit mit sich brachte.

Von 1735 bis 1766 war der Sitz der päpstlichen Nuntiatur im sog. Haus Canto, errichtet durch den Bankier Lambert Canto (Ecke Waisenhausgasse). Aus diesem Haus wurde später ein Zucht- und Arbeitshaus und dann ab 1800 ein Waisenhaus. Es wurde im Krieg völlig zerstört. Nach Zuschüttung des wasserführenden Grabens um 1830 wurde der Perlengraben zu einer der breitesten Straßen Köln und wirkte durch den Baumbestand wie eine Allee. Heute dient der Perlengraben als Zubringer zu Severinsbrücke. Das Berufskolleg Hans-Böckler-Schule befindet sich in der Hausnummer 101. Hier sieht man die aktuelle Verkehrslage mit einer Webcam.


Die beiden sandfarbenen Flächen markieren die Einsturzstelle des historischen Archivs (rechts) und den ehemaligen Standort des Polizeipräsidiums am Waidmarkt. Dieses Übersichtsfoto macht besonders deutlich, wie durch die Verkehrsbauten der 50er Jahre der westlichen Teil der südlichen Altstadt (unten) und der östliche voneinander getrennt wurden und werden. Beginnend mit der großen Kreuzung der Nord-Süd-Fahrt (hier: Tel-Aviv-Str.) mit dem Blaubach trennt die autobahnähnliche Trasse mit teilweise bis zu drei Spuren in jeder Richtung die beiden Viertel voneinander. Diese Trasse, die weiterführend als Ulrichgasse bis zum Sachsenring reicht, ist das Ergebnis von Vorstellungen einer autogerechten Stadt aus den 50er und 60er Jahren.

Die dreieckige Fläche Tel-Aviv-Str., Blaubach und Perlengraben wird durch die breiten Verkehrsadern zu einer unwirtlichen Verkehrsinsel.

Der Perlengraben, einst einer der Abflüsse des Bachlaufs an der südlichen Grenze der Römerstadt, hat seinen Namen nicht etwa von wertvollen Perlen, sonden von einem besonders anrüchigen Berufsstand, der sein Gewerbe hier in der Nähe des Wasserlaufs ausübte. Es waren die "Peller", Zuarbeiter des Gerbergewerbes, die von den Fellen (den "Pellen")der Schlachttiere die Fleisch- und Fettreste entfernten.

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