Zeughausmuseum im Wiederaufbau, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1956)
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Album: Zeughaus

Zeughaus : Zeughausmuseum im Wiederaufbau

Zeughausstr. 1-3 (50667 Altstadt-Nord)

Im Mittelalter wurden die Waffen der Stadt zentral an einem Ort gelagert. In Köln war dieser Ort das Zeughaus, dass seine alte Funktion schon lange aufgegeben hat und heute das Kölnische Stadtmuseum beherbergt. Schon im 14. Jahrhundert stand hier ein gotischer Bau, genannt Blidenhaus. Bliden waren Wurfgeschossmaschinen, die zur Verteidigung eingesetzt werden konnten. 1606 ersetzte man das Blidenhaus mit dem noch heute bekannten Bau. 1840/1841 ließen die Preußen westlich vom Zeughaus eine Wache erbauen, die heute Bestandteil des Museums ist und auf dessen Turm das sogenannte "Flügelauto" seit 1991 seinen Platz hat.

Nebem dem Zeughaus sind an der Zeughausstraße noch der Reste der römischen Stadtmauer wie dem Römerturm und ein Denkmal für Friedrich Reichsgraf zu Solms-Laubach zu finden. Als preußischer Beamte hatte er für die Integration des Rheinlandes in den preußisch-deutschen Staat zu sorgen.


Das alte Zeughaus der Reichsstadt, das heute das Stadtmuseum beherbergt, ist ein Bau des 17. Jhdts. Es ersetzte zwischen 1594 und 1606 einen mittelalterlichen gotischen Bau an gleicherStelle. Beide Baute, der alte und der neue fußen mit ihrer Rückseite, der Südseite auf der alten Römermauer. Dies geschah sicher aus Sparsamkeitsgründen, aber die Relikte der Römermauer waren auch nach ca. 1400 Jahren immer noch ein wirksamer Schutz für die dort gelagerten städtischen Waffen.

Der Bau aus Ziegelsteinen wurde von, man würde heute sagen: städtischen Beamten oder vom städtischen Bauamt und Bauhof, ausgeführt. Federführend war ein sog. "Stadtumlauf", so eine Art Baudezernent mit Namen Peter von Siberg, die Ausführung lag in den Händen der Stadtsteinmetze Peter von Blatzheim und Mathias von Gleen. Für das prächtige Tor aus Werkstein holte man sich einen auswärtigen Künstler, Peter Cronenborch. So gesehen ist das Tor mit heutigen Begriffen eine Art "Kunst am Bau".

Charakteristisch sind die Treppengiebel an den Schmalseiten nach Osten und Westen, die ihre Entsprechung in zwei Paaren von Treppengiebeln auf den beiden Langseiten finden.

                   

An der Westseite ist ein Treppenturm angebaut, der in seiner oktogonalen Form an die Türmchen an Stapelhaus und Richmodishaus erinnert. Insgesamt kann man sicher starke niederländische Einflüsse bei der Gesamtgestaltung erkennen.

Nach dem Ende der Reichstadt verlor das Zeughaus seine Bedeutung als Waffenlager, die Preussen hatten hier ein Wagenhaus wohl auch mit einer Werkstatt. Von 1919 bis zur  teilweisen Zerstörung des Gebäudes im Krieg war hier das Finanzamt untergebracht und seit dem Wiederaufbau, seit 1958 befindet sich hier das Stadtmuseum.

Westlich des Gebäudes bauten die Preussen gegenüber ihrem Regierungsgebäude eine Wach- und Polizeistation, "Alte "Wache" genannt, sie dient heute Sonderausstellungen des Museums.

Nicht unerwähnt bleiben soll das Flügelauto auf dem Turm des Zeughauses. Über den künstlerischen Wert dieses von seinem Schöpfer H.A. Schult als Kunstwerk bezeichneten vergoldeten Fiesta mit seinen Engelsflügel mag man zwar trefflich streiten, Tatsache ist aber, dass es seit 1991seinen Platz auf dem Turm hat. Auch wenn ein streitbarer Regierungspräsident vom Niederrhein versucht hat, "dat Dingen" wieder da runter zu kriegen. Aber da waren die Kölner sich wohl einig: "Vun däm losse mer uns nix sagen!"

Der Bombenkrieg hinterließ massive Schäden an dem Gebäude, das erst 1958 wiederhergestellt war. Im vorliegenden Album sind diese Schäden dokumentiert, es werden aber auch ältere und aktuelle Fotos gezeigt.

Weitere Fotos aus dem Album "Zeughaus"