"Wat määht dä dann do!", Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1904)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Zur Kaiserzeit

Zur Kaiserzeit : "Wat määht dä dann do!"

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


Diese resolute Dame gehörte der Kategorie der Marktfrauen, der "Maatwiever". Sie handelten und verhandelten und wussten sich zu einer Zeit, in der Emanzipation nicht so bekannt war, häufig recht ruppig durchzusetzen.

Der Sänger, Komponist und Textdichter Toni Steingass hat ihnen und ihren Nachfolgerinnen in der Markthalle in seinem Lied vom "Kölschen Explizier" einen treffenden Text gewidmet, den man hier nachlesen kann. Da ist dann vom "Prumme-Lis", vom "Schavue-Annetring" (für Imis: Zwetschgen-Elisabeth und Wirsing-Anna-Katharina) die Rede und an Ausdrücken wird unter anderem benutzt: "Dusseldier" und "Pluutekop", "Lömmelzahn" und "Zömmelöm".

Mit diesen Damen war im wahrsten Sinne des Wortes"Nicht gut Kirschen essen".

 

Weitere Fotos aus dem Album "Zur Kaiserzeit"


Die Fotos dieses Albums weichen insofern teilweise von den üblichen Touristenfotos ab, als einige von ihnen Marktszenen auf dem Alter Markt und dem Heumarkt zeigen zeigen, andere den langen Weg der Menschen über die Schiffbrücke. Auch die Milchmädchen mit einem Eselswagen sind auf ihnen abgebildet.