Vor dem Neubau, Magnusstr., 50672 Köln - Altstadt-Nord (1094)
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Wolfgang Becker Wolfgang Becker
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Album: Baulücken

Baulücken : Vor dem Neubau

Magnusstr. (50672 Altstadt-Nord)

Die zentral gelegene Magnusstraße verbindet die St.-Apern-Straße mit dem Hohenzollernring und wird dabei von der Albertusstraße geschnitten. Gute Einkaufsmöglichkeiten bieten der nahe gelegene Neumarkt sowie die Opernpassagen. Namensgeber der Magnusstraße wie der Albertusstraße ist Albert Graf von Bollstädt (*1193, +1280), Theologe der Hochscholastik, der aufgrund seines universalen Wissens den Beinamen "Albert der Große" (latinisiert: Albertus Magnus) erhielt. Er wurde 1932 heilig gesprochen und ist seit 1941 Patron der Naturforscher. Er lehrte an der Kölner Ordensschule der Dominikaner, der Vorgänger-Einrichtung der heutigen Universität. Eine Statue von Albertus Magnus ziert den Kölner Rathausturm, eine weitere, 1955 von Gerhard Marcks gestaltete, den 7300m² großen Albertus-Magnus-Platz.


Die Fotos in diesem Album stammen von Herrn Wolfgang Becker. Er hat ab dem Jahr 1991 in zahlreichen Aufnahmen Baulücken oder Gebäude bevor sie abgerissen wurden, im Bereich der Innenstadt vor allem zwischen der Severinstraße und dem Rheinauhafen dokumentiert. Die meisten diesr Baulücken sind in der Zwischenzeit bebaut worden. In einer weiteren Serie von Fotos aus dem Jahre 2002 hat er den Zustand der alten Schuppen und Lagergebäude im Rheinauhafen fotografisch festgehalten. Diese Aufnahmen sind insofern ein wichtiges Zeitdokument, da unmittelbar nach den Aufnahmen die meisten dieser Bauten abgerissen wurden bzw. der Abriss schon begonnen war. Hintergedanke dabei war die Feststellung, dass Neubauten meistens 100 Jahre zu sehen sind, aber die verschwundenen Bauten schon nach einigen Monaten aus der Erinnerung und dem Gedächtnis verschwunden sind. Diese Erinnerung sollte dokumentiert werden. Die heruntergekommenen Hafenanlagen waren teilweise schon Jahre vorher nicht mehr genutzt worden. An ihrer Stelle wurden bis etwa zum Jahre 2009 schicke und entsprechend teure Wohn- und Bürogebäude errichtet u.a. die drei Kranhäuser. Beim Bau dieser Anlagen wurde seitens der Stadt Köln versäumt, neben Luxusbauten auch solche mit bezahlbarem Wohnraum zu schaffen, um auch normalverdienenden Bevölkerungsschichten Zugang zu Wohnraum in dieser attraktiven Lage zu ermöglichen.

Die verbliebenen Häuser an der Magnusstraße und Teile der Königin-Luisen-Schule wurden abgerissen, um Platz für den dunklen Büroneubau zu schaffen, der hier an der Südseite der Magnusstraße entstand. Das auf dem Bauschild angekündigte "exclusive Bürohaus" wirkt auf viele Menschen wegen seine schwarzen Spiegelverglasung düster und abweisend. (Architekt: Oswald Mathias Ungers (1926-2007)

Weitere Fotos aus dem Album "Baulücken"