Vor dem Gürzenich, Gürzenichstr., 50667 Köln - Altstadt-Nord (1973)
hochgeladen von:
Bilderbuch Köln Bilderbuch Köln
769 mal angesehen.
Album: Reinald Witsch 1970-1987

Reinald Witsch 1970-1987 : Vor dem Gürzenich

Gürzenichstr. (50667 Altstadt-Nord)

Um für die 1915 errichtete Hängebrücke eine angemessene Brückenzufahrt zu schaffen, riss man an der Südseite des Gürzenichs eine Häuserzeile ein. Somit war die Gürzenichstraße geschaffen. 

Der Gürzenich wurde als zweigeschossiger Bau zwischen 1441-1447 errichtet und sollte als "Rathes Tantzhaus" dienen. Seinen Namen erhielt der Bau von seinen einstigen Grundstückbesitzern, dem Landadelsgeschlecht der Herren von Gürzenich. Mit dem Gürzenich verfügte die Stadt über ein Tanzhaus, dass für Empfänge der Zeit angemessen war. Bald ließen sich hohe Würdenträger wie die Kaiser Friedrich III., Karl V. oder Maximilian I. als Gäste verzeichnen. Und auch im weiteren Lauf der Geschichte mangelte es nicht an Prominenz. Queen Victoria von England, Johannes Schoppenhauer, Guiseppe Verdi, Friedrich Nitzche und Karl Marx sind nur einige der Namen, die hier zu nennen wären.

Neben Tanz und Kulturveranstaltungen diente der Bau auch als politischer Versammlungsort verschiedenster Gruppen. Der heutige Gürzenich ist ein Neubau, da der ursprüngliche Bau im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Die Gürzenichstraße, die ja als Brückenauffahrt geplant war hat diese Bestimmung indes nicht ausgeführt. Sie erfolgt von der Pipin- und Augustinerstraße aus über den Heumarkt.


Ursprünglich befand sich auf der Südseite des Gürzenich ein engbebautes Viertel mit zwei parallel zum Festhaus verlaufenden Gassen. Zum Ende des 19. Jhdts. entstand durch Abriss dieses Viertels der Platz an der Gürzenichstraße.

Weitere Fotos aus dem Album "Reinald Witsch 1970-1987"


Herr Reinald Witsch hat uns aus seinem Bestand vier Kästen mit Dias aus den Jahren 1970 bis Mitte der 80er Jahre überlassen. Diese Fotos, die vor dreißig bis vierzig Jahren entstanden sind, zeigen und den Zustand der Stadt der Straßen und Plätze in dieser Zeit und sind so historische Dokumente der Zeit ihrer Entstehung. Zum Scannen wurden die Dias ausgerahmt, gereinigt und neu, ohne Glas, gerahmt. Nach Bearbeitung und Ausfleckung stehen sie jetzt im Bilderbuch Köln zur Verfügung.

Bilderbuch Köln bedankt sich recht herzlich bei Herrn Witsch für die Übergabe der Dias.