Vom Rathausturm Richtung Groß St. Martin und Deutz, Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1943)
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Vom Rathausturm Richtung Groß St. Martin und Deutz

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


In der Mitte des Krieges, die Aufnahme könnte nach dem verheerenden ersten 1000-Bomber Angriff Ende Mai 1942 entstanden sein, gab es bereits umfassende Zerstörungen. Gleichzeitig scheinen aber noch eine Reihe von Häusern verschont geblieben sein.

Bei Groß St. Martin und dem dahinterliegenden Stapelhaus am Frankenwerft sind die Dächer bereits zerstört. Bei genauerem Hinsehen sind sind in der Umgebung weitere zerstörte Häuser zu sehen. Die Dächer auf den Türmen der Hohenzollernbrücke hat man entfernt, um dort Flakstellungen einzurichten. Am Deutzer Bahnhof besteht noch die alte dreischiffige Bahnsteighalle, das Rheinische Landesmuseum("Haus der Rheinischen Heimat, ehemalige Kürassierkaserne) scheint unversehrt und St. Heribert hat noch die spitzen Turmhauben des ursprünglichen Baus.

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