Straßenbenennungen zur Nazizeit, Eintrachtstr., 50668 Köln - Altstadt-Nord (1936)
hochgeladen von:
Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
235 mal angesehen.

Straßenbenennungen zur Nazizeit

Eintrachtstr. (50668 Altstadt-Nord)


Auf dem vorliegenden Ausschnitt eines Stadtplans der 30er Jahre ist das Teilstück der Eintrachtstraße zwischen Ritterstraße und Eigelstein (Pfeil) als "Winterbergstraße" bezeichnet. Winand Winterberg war ein SA Mann, der angeblich am 24. Februar 1933 von Kommunisten ermordet worden war.  Herren wie Winterberg wurden von den Nazis als sog. "Blutzeugen" geehrt unter Anderem mit Straßenbenennungen. Zusammen mit Winterberg war eine weiterer SA-Mann, Walter Spangenberg, den blutigen Auseinandersetzungen zum Beginn der Naziherrschaft zum Opfer gefallen. Nach ihm benannten die braunen Machthaber das Gelände am Hansaring (oberer Bildrand, heute Hansaplatz).
Die bereits gleichgeschaltete Presse schürte das, was die Nazis als „gerechten Volkszorn“ bezeichneten und in einem Prozess, der schon alle Formen der späteren Schauprozesse des NS-Regimes vorweg nahm, wurden Terrorurteile gesprochen. Die angeblichen Täter Kurt Gerber, Josef Engel, Hermann Hamacher, Heinrich Horsch, Otto Wäser, Bernhard Willms wurden zum Tode verurteilt und am 30. November 1933 im Klingelpütz mit dem Handbeil hingerichtet. Nach Ihnen sind in Köln keine Straßen benannt.

Weitere Informationen vermittelt ein Artikel im
Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 79/2008, S. 139-175
„Der Fall Winterberg-Spangenberg ….“

(Ulrich Hermanns)

Weitere Fotos von Ulrich Hermanns