Pumpstation an der Trankgasse, Trankgasse, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1898)

Pumpstation an der Trankgasse - Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Trankgasse (50667 Altstadt-Nord)

Die Trankgasse verbindet die Marzellenstr. mit dem Konrad-Adenauer-Ufer und führt vom Vorplatz des Doms zum Rheinufer. Namensgebend ist für die Trankgasse, dass sie der Weg der Treidelpferde vom Rhein zu ihrer Tränke war. In unmittelbarer Nähe der Trankgasse befinden sich neben dem Dom auch das Museum Ludwig sowie der Hauptbahnhof.


Die Abbildung des Pumpwerks an der Trankgasse wurde in einer anderen Architekturpublikation veröffentlicht: „Moderne Neubauten-Illustrierte Blätter für Architektur“. Wegen des zeitlichen Zusammenhangs und der Vergleichbarkeit der beiden Publikationen wird sie in dieses Album eingestellt.

Im Folgenden werden die in dem Beiheft zu der Fotografie veröffentlichten Erläuterungen im Original wiedergegeben. Die Erläuterungen für dieses Objekt sind im Vergleich zu den meisten anderen aus der Publikation „Moderne Neubauten“ recht lang. Dabei wurden die zeitgenössischen Rechtschreibnormen nicht übernommen (zb. : „giebt“ anstelle von „gibt“, die Kombination des „langen s“ und des „kleinen s“ anstelle des „ß“), natürlich jedoch die zeitgenössische Diktion.

Außerdem werden die Grundrisse der Anlage in weiteren Fotos das Albums veröffentlicht. (Anm.: In einigen Beschriftungen wird noch nach jedem "t" ein "h" geschrieben. Dies war bis zum Ende des 19. Jhdts. die gültige Rechtschreibnorm.)

Tafel 67

Pumpstation für das Tiefgebiet in Köln a. Rh.

Unter der Leitung von Stadtbaurat Steuernagel (Anm.: Karl Steuernagel (1848-1919) und Stadtbauinspektor Jessen bearbeitet und ausgeführt vom städt. Ingenieur Bischoff, Architektur: Architekt Eberlein, daselbst. (Anm.: Johann Georg Eberlein (1858-1918)

Der ca. 1230 qm große verfügbare Platz zwischen Straße, Frankenplatz, dem kasemattierten Landpfeiler, der festen Rheinbrücke, der Anlage an der Trankgasse und dem Frankenwerft wurde dazu benützt, um neben dem Maschinenhaus noch ein Betriebsgebäude mit Geschäftsräumen für den Betriebsingenieur und Wohnung für den Aufseher und einen Maschinisten, sowie ein Lager, Geräteschuppen und Werkstätten für den Kanalbetrieb zu errichten.

Im Hinblick auf die bevorzugte Lage des Grundstückes an der verkehrsreichen Rheinpromenade musste auf eine gefällige Anordnung und Gestaltung der Baulichkeiten gesehen werden. Mit Rücksicht auf den schweren, monumentalen Charakter der anliegenden Rheinbrücke, sowie des benachbarten Eisenbahndirektionsgebäudes war es einigermaßen schwierig, das passende zu finden. Das kleine Gebäude in gleicher Weise ausgeführt, würde in der mächtigen Umgebung zu sehr gedrückt worden sein. Es wurde dieserhalb eine leichte elegante Holzarchitektur gewählt, welche selbständig aus dem Rahmen hervortritt und in Anlehnung an die bestehenden gärtnerischen Anlagen ein reizvolles Bildchen abgibt.
Das Betriebsgebäude von 114 qm bebauter Fläche besteht aus Keller-, Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Es enthält im Erdgeschoss drei Geschäftsräume für den Kanalbetrieb, im Ober- und Dachgeschoss Beamtenwohnungen und darüber einen Trockenspeicher. Im Kellergeschoss befinden sich die Waschküche, Wirtschaftskeller für die Wohnräume, ein Aufbewahrungsraum für Gerätschaften sowie ferner ein Brausebad für die beim Kanalbetrieb verwendeten Arbeiter.
Die wasserdicht angelegte Kellersohle liegt auf + 7 m K.P. (Anm.: i.e. Kölner Pegel) das umgebende Terrain auf + 8,30 m und der Fußboden des Erdgeschosses auf + 9,60 m K.P., also hochwasserfrei. Die Geschosshöhen betragen für das Kellergeschoss 2,60 m, für das Erdgeschoss 4,00 m, das Obergeschoss 3,30 m u. das Dachgeschoss 2,93 m. Das Keller- und Erdgeschoss sind massiv in Ziegelsteinmauerwerk hergestellt und zwar in Stärken von 0,51 m und 0,38 m. Das Obergeschoss und die beiden Giebel des Dachgeschosses sind in geschnitztem Eichenholzfachwerk von 13 cm Stärke hergestellt und haben den baupolizeilichen Vorschriften entsprechend eine 25 cm starke Ziegelhintermauerung erhalten. Die Decke des Kellergeschosses ist massiv, die übrigen Decken sind Holzbalkendecken.
Die Kosten der Anlage werden sich auf 68.00,00 Mk. belaufen, wovon auf den maschinellen Teil dersdelben etwa 18.000,00 Mk entfallen.

Weitere Fotos aus dem Album "Blätter für Architektur und Kunsthandwerk"


Die Architekturzeitschrift aus der die Abbildungen diese Albums stammen, hieß:

Blätter für Architektur und Kunsthandwerk

Herausgeber der Zeitschrift, die monatlich erschien, war Paul Graef (1855-1925), der als wichtiger Mitarbeiter von Paul Wallot (1841-1912) am Bau des Reichstagsgebäudes beteiligt war. Paul Graef hat auch einen großen Teil der Fotos für seine Zeitschrift angefertigt.

Die Zeitschrift erschien von 1888 bis 1913. Der Redaktion liegen alle Jahresbände ausser den Jahrgängen 1891 und 1898 vor. In den meisten Jahresbänden sind alle jeweils erschienen 120 Bildtafeln enthalten. Nach weiterer Sichtung werden hier alle Abbildungen von Kölner Bauten veröffentlicht. Allerdings ist Köln nur in sehr geringem Maße mit Abbildungen vertreten.

Ein eigenes Album ist der Villa Vorster in Marienburg gewidmet:
http://www.bilderbuch-koeln.de/Benutzer/herrikeulen/Alben/26253

Hingewiesen wird auf die Veröffentlichung von zahlreichen Bildtafeln zum Bau des Reichstages im "Bilderbuch Berlin":
http://www.bilderbuch-berlin.net/Benutzer/herrikeulen/Alben/25360

sowie auch im "Bilderbuch Berlin" zahlreiche Bildtafeln zu alten Bauten in der Reichshauptstadt (Dieses Album wird in der nächsten Zeit umfangreich ergänzt werden!):
http://www.bilderbuch-berlin.net/Benutzer/herrikeulen/Alben/21204